Die Rente retten? Gelingt das mit dem Altersvorsorgedepot des Referentenwurfs?

Rettet die Rente, ran an die Dividenden und das Vorsorgedepot?

Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her … oder bleibt es doch finster? Wer rettet die Rente? Die Junge Union etwa? Sollte man dafür ran an die Dividenden gehen? Nützt das überhaupt etwas oder schadet es nicht viel mehr?

Und was ist die Idee mit dem neuen Vorsorgedepot? Gerade, als ich den Entwurf dieses Artikels fertig hatte, tauchte dieser Referententwurf aus dem Hause des Finanzministers Klingbeil auf. Den musste ich mir am Ende natürlich auch noch ansehen. Wen nur das interessiert, der scrollt am besten gleich nach unten.

Nach meiner Rückkehr mit dem letzten Artikel zum Thema Depotpanik wollte ich es eigentlich ruhig angehen, aber das ist natürlich ein Thema, bei dem es schwer ist, ruhig zu bleiben.

Es lebe(n) die Rentenkommission(en)

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mich mal über irgendetwas freuen würde, was die Junge Union fabriziert.

Den Widerstand gegen die Rentenpläne fand ich gut, und die Reaktion von Merz, dies einfach zur Seite zu wischen, brandgefährlich.

Die Rentenproblematik ist doch nicht erst seit gestern bekannt. Spätestens in der ersten Regierungszeit Merkl hätte man handeln müssen.

Andere Länder wie Schweden haben es getan und stehen jetzt teilweise sehr gut mit einer Kombination aus Umlage- und Kapitalverfahren unter Einbeziehung des Aktienmarktes.

Der Zug ist bei uns eigentlich schon so gut wie abgefahren, aber bei der Regierung war da zuletzt kaum Bewegung zu erkennen.

Nachdem Fakten geschaffen wurden und das Rentenniveau bis 2031 bei 48 % stabilisiert wurde, sollte erst mal eine Rentenkommission tagen, frei nach dem Motto: Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann bildet man einen Arbeitskreis.

Da entsteht bei mir auch ein Déjà-vu. Rentenkommission? Gab es das nicht schon mal? Klar. Unter Schröder hatten wir das und das führte zur leider unsäglichen Riesterrente. Die Idee war ja richtig, aber die Umsetzung schwach und leider vor allem vorteilhaft für Versicherer.

Nachdem das Thema unter Merkel eher keine Rolle spielte (man könnte auch sagen, „sträflich vernachlässigt wurde“), setzte man am Ende der Amtszeit doch eine Rentenkommission ein.

Niemand soll einem Untätigkeit vorwerfen können, aber umsetzen soll das doch bitte eine kommende Regierung. 2018 kam so die „Kommission Verlässlicher Generationenvertrag“ zustande, die 2020 ihren Bericht ablieferte.

Und? Was hat die genutzt? Die Reaktion der Politik lässt sich getrost als Cherry-picking bezeichnen. Daraufhin wurde jetzt im Rentepaket beschlossen, das Rentenniveau bei 48% zu stabilisieren.

Mehr Geld für alle ist doch prima, oder? Tja, sofern zukünftige Regierungen nicht herausfinden, wie sich Geld vermehren lässt, ist das eine ziemlich kostspielige Angelegenheit, die die klammen Kassen nicht gerade weiter entlastet. Zusätzlich gab es dann auch noch die Mütterrente als Zugabe.

Die damalige Kommission schlug aber eigentlich auch vor, das Renteintrittsalter bei steigender Lebenserwartung auf 67 anzuheben, Selbstänidge stärker einzubeziehen (Beamte nicht) und die betriebliche sowie private Altersvorsorge zu stärken (z.B. Kostensenkung). Inhaltlich war das – zugegeben – auch kein ganz großer Wurf, aber selbst der wurde von der Politik noch unterboten.

Statt einer Entlastung wurden bisher nur zusätzliche weitere Belastungen beschlossen.

Mit der nächsten Rentenkommission wird alles (nicht) besser?

Da muss dann jetzt also wieder eine neue Kommission her. Man, sind wir jetzt aber gespannt, was die wohl empfehlen wird. Und wird sich die Politik diesmal wohl an die Vorschläge halten? Ich habe dazu ja schon eine Idee…

Erschreckend ist für mich insbesondere, dass man den Ton dafür bereits im Vorfeld auf eine Weise setzt, die Anleger erschrecken dürfte.

Man hat wohl verstanden, dass das Geld knapp ist, und es sollen nun anscheinend neue Einkunftsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Leistungen zu beschränken, kommt wohl (in Anbetracht der Demografie der Wählerinnen und Wähler?) nicht in Frage.

Was liegt also näher als beim beliebten Feindbild vieler Deutscher zu suchen: den Aktieninvestoren.

So schreibt Börse Online als Reaktion auf entsprechende Medienberichte: „Wie wäre es, wenn der Rentenbeitrag künftig nicht nur auf Löhne und Gehälter, sondern auch auf Einkünfte aus Mieten, Dividenden, Zinsen oder privaten Veräußerungsgewinnen erhoben würde? Bisher sind Kapitalerträge und Mieteinnahmen beitragsfrei.“

Wer bisher privat vorgesorgt hat, hatte die Wahl zwischen einer Anlage in die wenig rentablen Riester- oder Rürup-Pläne auf der einen Seite und einer privaten Anlage in Aktien oder Immobilien auf der anderen.

Private Anlagen wurden zwar nicht gefördert, aber die hohen Kosten von Riester- und Rürup kamen wohl auch eher den Versicherern zugute als den Anlegerinnen und Anlegern.

Das bewegte viele dazu – auch den Schreiber dieser Zeilen – privat mittels Aktien-ETFs und Immobilien vorzusorgen.

Das man jetzt aber nicht nur keine Förderung dafür erhält, sondern zusätzlich noch zur Kasse gebeten werden soll, ist aus der Perspektive des Privatanlegers, der für die Rente vorgesorgt hat, doch irgendwie mehr als frech.

Und hilft das denn überhaupt? Höchstens kurzfristig. Denn mehr Einnahmen stehen dann ja langfristig auch höheren Ausgaben gegenüber. Wer einzahlt, sollte ja auch etwas dafür erhalten beim Umlagesystem.

Wenn es jetzt bei der Rente heißen sollte „Ran an die Dividenden!“, schreckt das einerseits Leute davon ab, privat vorzusorgen. Andererseits mildert es das Problem höchstens etwas und verlagert es in die Zukunft.

Das sollte eine Rentenkommission sicher auch so sehen. Die Frage bleibt aber natürlich, wie selektiv die Politik die Empfehlungen einer Kommission dann umsetzen wird. Der Blick in die Vergangenheit lässt da doch wenig hoffen. Dabei wäre die Lösung doch so einfach.

Rettet die Rente – Wie könnte das gehen?

Sowohl Grüne als auch FDP hatten zum Thema „Rettet die Rente“ ausnahmsweise mal ähnliche Vorschläge. Ja, auch die Grünen.

Die Idee der Aktienrente der letzten Regierung, die leider nicht mehr eingeführt wurde, entstammte den Programmen und Ideen beider Parteien.

Es braucht eine organisierte Zusatzrente, die ohne Garantieversprechen mittels kostengünstiger Indexfonds umgesetzt werden sollte. Sonst hilft im Alter nur noch zu beten.

Hilft das Altersvorsorgedepot des Referentenentwurfs oder sollten wir lieber alle beten?
Hilft nur noch beten?

Mir persönlich wäre es egal, ob es sich um einen staatlichen Deutschlandfonds oder einen privaten Indexfonds handelt.

Am besten fände ich es trotzdem, wenn ein substanzieller Teil der Rentenbeitragszahlungen zukünftig in einen staatlichen Fonds gehen würde, mit einer Opt-out-Option, die es ermöglicht, nach Wahl auf ein privates Produkt zu wechseln.

Warum bin ich für dieses Konstrukt? Nun. Ich gehe zwar davon aus, dass mir der staatliche Fonds nicht 100-prozentig passen wird, er wird aber kostengünstig und mehrheitlich aktienbasiert sein – und ich kann dann ja auch wechseln.

Für die meisten Leute wird das so passen. Das Beispiel in den USA, wo es ja sehr tolle Förderungen für die private Rente gibt, zeigt leider einfach, dass rein private Angebote von vielen trotzdem nicht genutzt werden.

Viele haben schlicht das Geld nicht. Die Beitragszahlungen müssen Teil der Rentenbeitragszahlungen sein und nicht etwas, das man vom Nettoeinkommen wuppen muss.

Wenn man die Wahl hat, monatlich etwas mehr in der Tasche zu haben oder es für die Rente zurückzulegen, werden gerade jene, für die es ohnehin knapp ist, (verständlicherweise) gar nicht erst überlegen.

Daher fände ich ein staatliches System mit Opt-out-Möglichkeit am besten. 

Wie seht ihr das, wenn der Staat jetzt ran an die Dividenden und Mietzahlungen möchte? Betrachtet ihr das als sinnvoll, weil alle Einnahmearten einbezogen werden sollten oder ist das eher hinderlich? Was sind eure Idee für die Reform der Rente?

Die Sache mit dem Vorsorgedepot: der Referentenentwurf

Und gerade bin ich mit diesem Rant so schön ans Ende gelangt, da entdecke ich, dass es einen Referententwurf aus dem Hause des Finanzministers zum Vorsorgedepot gibt. Herunterladen lässt sich das umfassende Dokument hier

Die Länge finde ich natürlich besorgniserregend. In meiner Vorstellung sollte das nicht so kompliziert sein und die Ausführungen dazu am besten auf einen Bierdeckel … okay, zu abgenutzt … auf 2-3 Seiten passen.

Okay. Nachdem ich das Geschreibsel überflogen habe, ist der erste Eindruck gar nicht so schlecht. 

Man hat erkannt, dass durch die Garantien alles teuer wurde. Na ja, nicht nur, denke ich. Die Versicherer haben da schon auch noch ihre eigenen Gebühren draufgeschlagen – und zwar nicht zu knapp – sowie teilweise auch teure Anlageprodukte genutzt. Was soll nun also kommen? Hier meine Zusammenfassung der wesentlichen Punkte, natürlich ohne Gewähr.

  • Anbieter müssen immer auch ein einfaches Standardprodukt ohne Garantien anbieten, bei dem die Kosten für das Altersvorsorgedepot auf 1,5% gedeckelt werden. (S. 42″Mit dem Altersvorsorgedepot ohne Garantien wird eine neue Produktkategorie eingeführt, mit der ohne nominale Garantien in geeignete aktiv oder passiv gemanagte Fonds investiert werden kann.“; s. a. S. 45)
  • Wahlweise können auch Produkte mit Garantien angeboten werden, die in Höhe von 80% und 100% liegen können. (S. 43)
  • Fokussierung auf Altersvorsorge, indem Kombiprodukten, die die Erwerbsminderung oder Hinterbliebene absichern, abgeschafft bzw. auf eine Rentengarantizeit beschränkt werden. (S. 43)
  • Die Erleichterung eines Anbieterwechsels wird geschaffen; Anbieter dürfen in den ersten 5 Jahren eine Wechselgebühr erheben, deren Höhe begrenzt ist. (S. 43 und 46)
  • Bis zu einer Rücklage von 1.200 Euro pro Jahr, erhält man 30 Cent pro eingezahltem Euro vom Staat dazu; zwischen 1.201-1.800 Euro erhält man 20 Cent pro eingezahltem Euro. (S. 45 und 48)
  • Zusätzlich gibt es eine Kinderzulage in Höhe von 25 Cent pro angelegten Euro. Die maximale Zulage beträgt 300 Euro je Kind. (S. 44-45 und 48)
  • Eine bessere Vergleichbarkeit der Kosten der Altersvorsorgeverträge soll erreicht werden, indem die Abschlusskosten über die gesamte Laufzeit angegeben werden.
  • Neben lebenslangen Auszahlungen einer Leibrente sind auch langlaufende Auszahlungspläne (mindestens bis zum 85. Lebensjahr) möglich. Die Auszahlung einer Einmalsumme zum Rentenantritt scheint hingegen nicht vorgesehen. (S.2, S.43 und S. 45)
  • Die steuerliche Freistellung der Beiträge in der Ansparphase und die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase bleiben bestehen. Die weiteren steuerlichen Einzelheiten finden sich auf S. 46.
  • Nicht uninteressant: Verbesserungen für Bestandsverträge sind möglich. Ein Verzicht auf die verpflichtende Teilkapitalverrentung bei einem Auszahlungsplan kann im Konsens der Vertragsparteien vereinbart werden. (S. 46)

Meine Meinung zum Referentenentwurf fürs Vorsorgedepot

Insgesamt ist der Referentenentwurf zum Vorsorgedepot bereits eine ziemliche Verbesserung gegenüber dem Status quo. Es sind aber immer noch ein paar Sachen, die mich ordentlich (!) stören.

Zunächst einmal fällt auch das wieder in die Rubrik: Vorhaben der Ampel, die schwarz-rot umsetzt. Rentenniveau bei 48% stabilisieren, ein Altersvorsorgedepot mit staatlicher Zulage von 20%, Angebote ohne Kapitalgarantie für die private Altersvorsorge, Kostendeckelung und die Möglichkeit, auch in Index-ETFs zu investieren – all das sah auch schon der Entwurf der Ampelregierung vor.

Was hat man seitens der CDU/CSU nicht gegen die Ampelregierung gewettert. Kaum selbst am Drücker, arbeitet man brav (fast) alles genau so ab, wie es die Ampel vorhatte. Eigene Ideen sind bisher kaum zu erkennen; dafür darf man sich jetzt die Lorbeeren für diese Vorhaben einheimsen, die die Ampel nicht verwirklichen konnte. Zum Teil lage es auch daran, weil ihr die Gelder dafür fehlten, woran die CDU/CSU nicht ganz unschuldig war.

Die Ampel war vielleicht doch deutlich besser als ihr Ruf – und wie es scheint, auch deutlich kreativer als schwarz-rot. Doch nun zum Inhalt des Referentenentwurfs für das Altersvorsorgedepot.

Eine Kostendeckelung ist natürlich gut, aber 1,5% sind immer noch ziemlich viel. Bedenkt man, dass neben Indexfonds auch immer noch aktiv gemanagte Fonds zum Einsatz kommen können, die ja auch noch mal 2% an laufenden Gebühren mitbringen (und ggf. Ausgabeaufschläge), kann man da immer noch bei Gebühren jenseits von 3,5% landen. Das halte ich, nach wie vor, für viel zu viel. Da dürfte man gerne etwas ambitionierter sein. Fazit also: das ist viel zu teuer und kaum eine Verbesserung zu Riester.

Mein Vorschlag zur Verbesserung des Rentenentwurfs: Gebühren für Verträge des Vorsorgedepots bitte auf 1% beschränken und gleichzeitig auch eine Grenze für die Anlageprodukte von 1% laufender Kosten einführen. Die 1,5 % bei den Vertragskosten könnten meinetwegen dann für Garantieprodukte gelten, die im Entwurf anscheinend gar keiner Kostenbeschränkung unterliegen. Ebenso sollten ausschließlich Produkte ohne Ausgabeaufschläge zum Einsatz kommen. Am liebsten wäre es mir natürlich, aktive Produkte komplett auszuschließen.

Die Zulagen sind für mich in Ordnung und in einer Höhe, die Sinn ergibt. Etwas mehr hätte es schon sein dürfen, aber okay. Hatte die Ampel nicht von 3.000 Euro pro Jahr gesprochen? Mit Blick auf die älteren Sparer, hätte ich nichts dagegen, wenn man auch ein paar Jahre rückwirkend anlegen könnte oder Zulagen bis zu einem höheren Satz erhalten könnte. Wer bereits in den 50ern ist, muss schon etwas mehr als 150 pro Monat zurücklegen.

Und wie sieht es mit der Möglichkeit aus, freiwillig mehr zu investieren? Wenn man dafür schon keine Zulagen mehr bekommt, sollte das zumindest steuerlich gefördert werden.

Positiv ist, dass nun auch langlaufende Auszahlungspläne möglich sind, weil dies anderen Anbietern ermöglicht, entsprechende Angebote zu machen, die nicht in der Versicherungsbranche tätig sind. Das dürfte für Konkurrenz sorgen und auch manchen Neobroker ermöglichen, entsprechende Produkte anzubieten. Ich freue mich schon auf mein Trade Republic-Vorsorgedepot. Dann kommt auch der notwendige Konkurrenzkampf bei den Preisen.

Das ist auf den ersten Blick das, was mir dazu einfällt. Wie seht ihr den Referentenentwurf für das Rentendepot? Ist das der große Wurf, den es braucht, oder doch eher ein Tropfen auf dem heißen Stein?

* * *

Hinterlasse mir doch gerne unten einen Kommentar. Neben Lob und freundlichen Worten sind kritische Anmerkungen ebenfalls willkommen. Sie helfen mir dabei, die Artikel zu verbessern.

Verpasse keinen Artikel mehr und melde Dich für den
ETF-Yogi-Newsletter an!

Rettet die Rente, ran an die Dividenden und das Vorsorgedepot? 1

Kommentare

3 Antworten zu „Rettet die Rente, ran an die Dividenden und das Vorsorgedepot?“

  1. Sehr gut geschrieben. Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar! Sehe es größtenteils sehr ähnlich.

    1. Endlich passiert mal was, das man als Schritt in die richtige Richtung sehen kann.
    2. Das Produkt (bzw. die Grenze der Förderung) ist tendenziell hauptsächlich für „Geringverdiener“ (nicht despektierlich gemeint) geeignet, um die Rentenlücke zu schließen. Allerdings ist es bei dieser Personengruppe meist so, dass diese häufig sowieso durch Sozialleistungen auf einen Mindeststandard gehoben werden. Bleibt die private Vorsorge in diesem Fall davon ausgenommen und kommt „on top“?
    3. Kostenstruktur definitiv verbesserungswürdig!
    4. Meine Befürchtung: viele Menschen setzen sich zu wenig mit Finanzen auseinander und glauben nun, mit GRV + Vorsorgedepot ist die Rentenlücke in jedem Fall geschlossen. Was ich für einen Trugschluss halte.
    5. Die Depots sind für einen unmündigen Bürger gemacht – es gibt keine guten Optionen, individuell zu gestalten (Wahl-Option).

    Ich selbst bin „nicht betroffen“, da ich ja beabsichtige, nicht zwangsläufig bis ins klassische Rentenalter zu arbeiten und dementsprechend flexibel das Geld benötige. Aber ich habe Menschen in meinem Umfeld (z.T. leider auch beratungsresistent, was gut gemeinte Hinweise angeht), die das Thema Geldsorgen im Alter zumindest nicht gänzlich vernachlässigen sollten. Und deshalb finde ich es besonders schade, dass es immer noch keinen richtigen „Durchbruch“ gab.

    Für viele Dinge wurden kurzfristig schon Sonderausgaben bewilligt, sei es Militär, Infrastruktur, Bildung. Aber für die Absicherung der (angestellten) Gesellschaft im Alter wurde jahrzehntelang geschlafen. Und jetzt kommen die ersten zarten Versuche – dabei müsste man eher mit der Dampfwalze über die bisherigen Versuche gehen und ein zukunftsfähiges Konstrukt bauen, das auch solides Fundament besitzt.

    1. Danke Dir! Da habe ich wenig hinzuzufügen. Ja, es ist erschreckend zaghaft – und mich beschleicht auch das Gefühl, dass man der Finanzindustrie nicht weh tun möchte. Hier wäre ein Deutschlandfonds und dann andere private Lösungen als Optout, meiner Meinung nach, gar keine schlechte Wahl gewesen. Immerhin passiert aber endlich etwas…

  2. Moin Rolf,

    fuer mich gilt Top-Down:

    1) Politik ist nicht die Loesung sondern das Problem
    Kaum sind Parteien gewaehlt, kuemmern sie sich um sich selbst/ihre Klientel aber kaum mehr fuer die Gesellschaft/die Buerger.
    Sie gehen immer den Weg des geringsten Widerstandes, nicht mittelfristig-vernuenftige Wege.
    D.h. bei Renten-/Kranken-/Pflegeversicherung: Einnahmen ausweiten (auf Kosten von Minderheiten) statt reformieren (auf Kosten von Mehrheiten).
    Wenn sie in die Sackgasse gelaufen sind (AKW-Abkehr, Energiewende, Corona-Lockdown, Russlandpolitik, etc), kehren sie niemals um, gestehen niemals Fehler ein.
    Deshalb ist es idiotisch, von den selben, die uns in den Morast geritten haben, zu erwarten, dass sie uns einen Weg hinaus bereiten wuerden.
    Keiner wuerde eine Fuehrungsriege in einem Unternehmen, die versagt hat, noch einmal die Chance geben, alles ploetzlich besser machen zu duerfen.
    Aber der dtsch Waehler macht es (noch)!
    Volksmund: „Wer nicht hoeren will – muss fuehlen“.

    2) Nur unverbrauchte Parteien, die fuer weniger Staat/mehr Eigenverantwortung sind, waehlen.

    3) Es geht letztendlich nicht um arm vs reich, alt vs jung sondern im Kern um Freiheit vs Unfreiheit.
    Die Kehrseite von Freiheit: Du darfst dich selbst zerstoeren, wenn du es willst (Fressen, Rauchen, Saufen, Faulenzen, nie Konsumverzicht fuer Altersvorsorge ueben, nie dich weiterbilden, etc).

    4) Konkret zur Rente:
    – Sparerpauschbetrag auf 5.000€ erhoehen
    – Spekulationsfrist von 5 Jahren einfuehren (danach Kursgewinne steuerfrei)
    – hoehere Abschlaege bei frueherem Renteneintritt (0,4-0,5% pm)
    – dynamische Kopplung Regelarbeitszeit an Lebenserwartung (d.h. Frauen duerfen laenger arbeiten)
    – Bonus fuer Rentner mit Kindern/Malus fuer Rentner ohne Kinder

    LG Joerg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert