Grundbegriffe

Im Folgenden findet sich ein kleines Wörterbuch mit Grundbegriffen rund um die Themen Börse, ETFs und Investmentfonds. Was ist bitte eine Tracking-Differenz oder UCITS? Um da am Anfang etwas durch den Dschungel der ETF-Grundbegriffe zu helfen, hier ein paar ausgesuchte Wörter.

Grundbegriffe – Kleines ETF- und Börsenwörterbuch

Ausschüttende ETFs: Dies sind ETFs, die regelmäßig die Erträge von Aktien oder Anleihen ausschütten. Das heißt, die Dividenden der im ETF enthaltenen Aktien bzw. die Zinserträge der im ETF enthaltenen Anleihen, werden nicht automatisch reinvestiert, sondern werden direkt an den Anleger abgeführt. Thesaurierende ETFs (s.u.) verhalten sich genau gegensätzlich.

Baisse: bezeichnet eine längere Phase des Börsenabschwungs von mehr als 20%. Meist geht die Baisse mit einer Rezession einher.

Bärenmarkt: Befindet sich ein Markt in einem langanhaltenden Abschwung (mind. 60 Tage und -20%) und die Investoren sind pessimistisch eingestellt (=bärisch), dann spricht man von einem Bärenmarkt. Das Gegenteil ist der Bullenmarkt.

Börsencrash: ein in der Regel schnell erfolgender Kurseinbruch am Aktienmarkt der mit hohen Verlusten und panikartigen Verkäufen einhergehen kann.

Bullenmarkt: Befindet sich ein Markt in einem langanhaltenden Aufschwung und die Investoren sind optimistisch eingestellt (=burisch), dann spricht man von einem Bullenmarkt. Das Gegenteil ist der Bärenmarkt.

Cost-Average-Effekt: auch bekannt als “dollar cost averaging” bzw. auf deutsch als “Durchschnittskosteneffekt”. Sparpläne werden oft damit beworben, dass bei der regelmäßigen Anlage ein positiver Effekt bezüglich Rendite bestehen würde. Zwar ist es richtig, dass der Anleger die Anteile des ETFs/Fonds zum günstigen Durchschnittskostenpreis erhält, in der Mehrzahl der Fälle führt ein sofortiges Einzelinvestment jedoch zu einem höheren Vermögensendwert. Die Aufteilung einer Anlagesumme in mehrere Einzelinvestments, die im Rahmen eines Sparplans veranlagt werden, kann jedoch emotional hilfreich sein, wenn Anleger in angespannten Märken Angst haben, eine Vollinvestition durchzuführen.

Crash: siehe Börsencrash.

Dividende: bezeichnet den an die Aktionäre ausgeschüttete Anteil am Gewinn eines Unternehmens.

Durchschnittskosteneffekt: s. Cost Average-Effekt.

ETF: ist kurz für “Exchange Traded Fund” bzw. auf deutsch “börsengehandelter Fonds.” Es handelt sich also um Investmentfonds – meist passive, nicht aktiv gemanagte Indexfonds – die wie Aktien an der Börse gehandelt werden können. Weitere Informationen finden sich hier.

Indexfonds: sind Investmentfonds, deren Zusammensetzung einen Index, wie zum Beispiel den DAX, S&P 500, MSCI World, FTSE All-World etc., abbilden. Weitere Informationen finden sich hier.

Korrektur: ein Kursrückgang von mehr als 10 %, der auf einen langanhaltenden Kursanstieg folgt und der nicht länger als zwei Monate anhält.

MIFID II: “MIFID” steht kurz für “Markets in Financial Instruments Directive”, dem Namen der EU-Richtlinie (2004/39/EG) über Märkte für Finanzinstrumente. Im Jahr 2014 wurde sie durch eine neue Richtlinie, die MIFID II (2014/65/EU) ersetzt, die weitreichende Änderungen für den Wertpapierhandel mit sich brachte.

OGAW : steht kurz für “Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren”, dem Namen einer EU-Regelung (Richtlinie 85/611/EWG), die ein EU-weit einheitliches System für das Management von und den Handel mit Investmentfonds schaffen soll. Ein alternativer Name ist UCITS (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities). Diese EU-Regelung definiert, in welche Anlagen Investmentfonds (und damit auch ETFs) investieren können. In Deutschland ist die nationale Bankenaufsichtsbehörde, die BaFin, zuständig.

Physische Replikation: Fonds können einen Index auf unterschiedliche Weise abbilden. Bei der physischen Replikation wird der Index durch den direkten Kauf der Index-Titel gemäß ihrer Gewichtung im Index nachgebildet.

Rezession: ist der Rückgang der Konjunktur und beschreibt eine Phase des Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft, die mit abnehmenden oder negativen Wachstumsraten einhergeht. Den Tiefpunkt der Rezession bezeichnet man als Depression.

Salami-Crash: Sonderform des Crashs (s.o.), bei dem der Kursrückgang nicht plötzlich erfolgt, sondern scheibchenweise über mehrere Wochen und Tage.

Synthetische Replikation: Fonds können einen Index auf unterschiedliche Weise abbilden. Eine Möglichkeit ist die Abbildung durch synthetische Replikation, bei der andere Werte gekauft werden, als die, die im Index enthalten sind. Gleichzeitig wird ein Vertrag mit einem Finanzinstitut abgeschlossen, dem ETF die Rendite des Index zu gewährleisten (=Tauschgeschäft).

Tracking-Differenz: ist eine Kennzahl, die Auskunft darüber gibt, wie stark ein Indexfonds von seinem Index abweicht. Manchen ETFs gelingt es, trotz jährlicher Verwaltunsgebühren, besser abzuschneiden als der jeweilige Index.

TER: steht kurz für “Total Expense Ratio” oder auf deutsch Gesamtkostenquote. Diese Kennzahl gibt über einen Großteil der laufenden Kosten eines Investmentfonds Auskunft. Die TER enthält die Verwaltungsgebühren, Lizenzgebühren für den Index sowie die Kosten für die Depotverwahrung und Vertrieb. Nicht enthalten sind: Transaktionskosten, SWAP-Gebühren und die Gewinne aus Wertpapierleihen. Aussagekräftiger als die TER ist die Tracking-Differenz (s.o.).

Thesaurierende ETFs: Dies sind ETFs, die regelmäßig die Erträge von Aktien oder Anleihen wieder anlegen. Das heißt, die Dividenden der im ETF enthaltenen Aktien bzw. die Zinserträge der im ETF enthaltenen Anleihen, werden automatisch reinvestiert und führen so zu einem höheren Wert des ETFs. Ausschüttende ETFs (s.o.) verhalten sich genau gegensätzlich.

UCITS: steht kurz für “Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities”, dem Namen einer EU-Regelung (Richtlinie 85/611/EWG), die ein EU-weit einheitliches System für das Management von und den Handel mit Investmentfonds schaffen soll. Ein alternativer Name ist OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren). Diese EU-Regelung definiert, in welche Anlagen Investmentfonds (und damit auch ETFs) investieren können. In Deutschland ist die nationale Bankenaufsichtsbehörde, die BaFin, zuständig.

Alles klar? Fehlt da etwas?

Dieses kleine Wörterbuch mit Grundbegriffen rund um das Thema ETF und Indexfonds wird laufend erweitert. Solltest Du auf einen Begriff stoßen, der hier nicht enthalten ist, nutze bitte die Kommentarfunktion und mache mich darauf aufmerksam. Alternativ kannst Du auch eine Email schreiben. Ebenso freue ich mich natürlich, wenn Du mich auf Fehler oder mißverständliche Formulierungen hinweist.

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