Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds (A111ZF), mal wieder

Dirk Müller Premium Aktien Fonds (A111ZF) bzw. die offensive Variante (A2PX1T). Welche Erfahrungen haben Anlegerinnen damit wohl gemacht? Doch besser einen Arero Weltfonds?

Und wieder einmal polarisiert der Dirk Müller Premium Aktien Fonds (A111ZF) in den sozialen Medien. In regelmäßigen Abständen erhitzt dieser Promifonds dort die Gemüter.

Eigentlich müsste ich korrekter Weise vom Dirk Müller Premium Aktien Fonds Defensiv sprechen, denn mittlerweile gibt es auch eine offensive Variante (A2PX1T). Dazu später mehr.

Was war der Anlass? Nun, ich stieß dieses Mal in einem plakativen Tweet des Welt-Finanzredakteurs Daniel. D. Eckert darüber.

Er postete diesen plakativen Chart, der die Performance des bekannten Promifonds über mehrere Zeiträume zeigt: 1 Monat, 6 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre und 5 Jahre.

Das Bild spricht für sich. Es gab im Tweet zwar keine genaueren Angaben, aber es handelt sich dabei nicht um die monatliche oder jährliche, sondern die Gesamtperformance für den jeweils angegebenen Zeitraum.

Die Zahlen stimmen mit den Performance-Daten auf finanzen.net überein, wie ich kurz überprüft habe.

Hinzufügen ließen sich noch die Dreimonatsperformance von -3,52%, die Dreijahresperformance von -17,07% sowie die Vierjahresperformance von -16,48%. (Stand: 13.1.2023).

Eine Zehnjahresperformance gibt es übrigens noch nicht, aber ob die sehr anders ausfallen wird? In gut 2 Jahren wissen wir mehr.

Der Fonds wurde nämlich am 17. April 2015 aufgelegt und besteht damit schon fast 8 Jahre.

Über den bisherigen Gesamtzeitraum zeigt der Chart eine Performance von ca. -16%.

In fast 8 Jahren eine negative Rendite mit Aktienwerten hinzubekommen ist schon eine besondere Leistung für einen Fonds.

Zum Vergleich: mit einem bekannten ETF auf den MSCI World hätte man in diesem Zeitraum eine Rendite von über 78% erhalten.

So kommentierte Eckert seinen Tweet später auch sehr treffend:

Könnte man auch als freiwillige private Vermögensabgabe bezeichnen oder gelebte Umverteilung…

Ob die Dirk Müller Premium Aktien Fonds-Erfahrung für vieler Anlegerinnen und Anleger also eine gute war?

Der Fonds wird ja manchmal böse mit dem Hashtag #ghettofonds versehen. Premium sehe ich hier nicht wirklich.

Haben da viele Investoren der ersten Stunde bis heute durchgehalten? Das kann ich mir nur schwer vorstellen.

Natürlich folgten nach dem kurzen Tweet von Daniel D. Eckert auch gleich einige kritische Kommentare.

Wenn jemand Gegenstand von Spott und Häme ist, greift bei mir ja normalerweise ein Instinkt, nicht in den Chor der Angreifenden mit einzustimmen, sondern eher in den Verteidigungsmodus zu wechseln.

Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds, kurz DMPAF, stellt für mich da aber eine Ausnahme dar.

Was ich am Dirk Müller Premium Aktien Fonds nicht mag?

Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds ist für mich kein gutes Anlageprodukt. Wieso?

Nicht falsch verstehen: er macht sicher nichts Illegales, aber dennoch würde ich Anlegerinnen und Anleger vor einem Investment in einen solchen Fonds warnen.

So ein Fonds hat, für mein Empfinden, in keinem Portfolio irgendetwas zu suchen. Ich kann mir keinen Grund vorstellen, wo er irgendeinen Zweck in einem Portfolio erfüllen würde.

  1. der Fonds hat hohe laufende Kosten von 1,56% p.a. Das Alleine genügt für mich bereits als Ausschlusskriterium.
  2. Das Portfolio: der Fonds investiert aktuell in lediglich 67 Positionen, von denen 88% in den USA sitzen. Knapp 28% entfallen dabei auf die Top 10-Werte. Was für mich noch schlimmer wiegt: es sind vor allem große Unternehmen (über 90%) mit einem Fokus auf Growth (48,45).
  3. Aktives Management: manche wählen den Fonds aus, weil er von Dirk Müller aktiv gemanagt wird. Für mich ist es das Hauptargument dagegen. Insbesondere auch deshalb, weil er “aktives Handeln gerade in schwierigen Marktphasen” verspricht. Davon halte ich als Buy and Hold-Anleger nichts.

Die Strategie des Dirk Müller Premium Aktien Fonds

Zur Strategie des Dirk Müller Premium Aktien Fonds erklärt der Fondsmanager auf der Webseite Folgendes: “in Erwartung der schweren Turbulenzen, die ich für die Weltwirtschaft und Börsen erwartet hatte und die dann 2022 auch genau wie befürchtet begonnen haben” wurde der Fonds so defensiv konstruiert. (Quelle)

Von Prognosen halte ich bei der Geldanlage ja allgemein nicht viel, wie Du hier nachlesen kannst.

Sehr apokalyptisch ist hier dann auch der Vergleich des Fonds mit Noahs Arche, den er vornimmt.

Noahs Arche, Endter-Bibel von 1700; Dirk Müller Premium Aktienfonds die neue Arche?
Darstellung der Arche Noah, Endter-Bibel von 1700; Ist der Dirk Müller Premium Aktienfonds die neue Arche?

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Dirk Müller den Crash schon eine Weile vorhersagt. 2011 tönte es, der große Crash werde in 3 spätestens 3 Jahren kommen.

Wird hier nicht wie bei einem Versicherungsverkäufer der Schutz vor einem katastrophalen Börsencrash verkauft?

Tatsächlich fällt Dirk Müller nicht selten mit Beschreibungen von Horrorszenarien auf und ihm wurde auch schon das Verbreiten von Verschwörungstheorien nachgesagt.

So zum Beispiel von Holger Rust in seinem Buch Fauler Zahlenzauber: Fiktionen über Fakten in Wirtschaft und Management (S. 84).

Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds (A111ZF), mal wieder 1Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds (A111ZF), mal wieder 2

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Versicherungen kosten aber in der Regel sehr viel, auch – oder gerade  bei Fonds. Da geht dann meist ein substanzieller Teil der Rendite drauf, falls es überhaupt noch zu Gewinnen kommt.

Genau genommen versucht der DMPAF das Kunststück, die Rendite von Aktien zu liefern, aber ohne das Risiko von Aktien.

Ob das funktionieren kann? Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein.

Je nach Marktphase (rot, gelb oder grün), ist der Fonds mehr oder weniger abgesichert. Aktuell steht die Ampel auf Rot. Das heißt, der Fonds wird maximal vor Marktabschwüngen abgesichert.

Dieses hin und her ist aber extrem schwierig und birgt die große Gefahr, immer hinterherzuhinken. Eine alte Börsenregel heißt nicht umsonst: hin und her macht Taschen leer.

Paart sich so ein Ansatz mit hohen laufenden Kosten, kann die Performance eigentlich fast nur mies sein.

Wozu das Ganze?

In der Regel halte ich nichts von Vorhersagen bei der Geldanlage zu Kursverläufen etc., wie Du hier nachlesen kannst.

Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds ist in seiner Entwicklung aber so konstant, dass ich mich fast zu einer Prognose hinreißen lassen würde.

Also wozu das Ganze? Warum bietet man so ein Produkt an?

Und vielleicht noch die dringendere Frage, die sich Anleger stellen sollten: warum investiert man Geld in so ein Produkt?

Unter dem Tweet mit der Darstellung der mauen Performance, schrieb ein User auch treffend: “Da wird keine Kasse gemacht.”

Na ja, erstaunlicher Weise verdient sich damit schon ganz gut. Aktuell liegen in dem Fonds gut 372 Millionen Euro.

Auf das Jahr gesehen, könnte der Fonds bei laufenden Kosten von 1,56% p.a. also 5,8 Millionen € einspielen.

Aber wieso gibt es den Fonds überhaupt noch, wenn er seit seiner Auflage keine positive Rendite vorzuweisen hat?

Normalerweise sind Fonds, die eine konstant negative Rendite aufweisen doch wieder schnell weg vom Fenster.

Der Markt regelt das in dem Fall sehr effizient. Könnte das ein gutes Beispiel für eine Marktanomalie sein? Handeln Anlegerinnen und Anleger hier vielleicht emotional – und nicht rational?

Erfolgen die Kapitalzuflüsse der Anlegerinnen und Anleger hier gegenläufig zur Performance? Aber wieso?

Zum einen könnte natürlich Angst ein Motiv sein. Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds “bietet” Schutz.

Nun ja, man könnte auch ätzen, dass der Fonds bisher vor allem Schutz vor Rendite bot.

Ein wichtiger Grund ist aber sicher der Promistatus des Fondsmanagers, der ja in sozialen Medien eine große Fanbase hat. Auch seine Bücher sind beliebt. Dirk Müller ist eben “Experte”.

Wie heißt es so schön: Wenn Finanzexperten wirklich wüssten, wie man sein Geld gewinnbringend anlegt, wären sie keine Experten, sondern erfolgreiche Anleger.

Das gilt wohl auch für Finanzblogger – diesen Blog selbstverständlich ausgeschlossen. 😅

Dirk Müller Premium Aktien Fonds vs. Arero Weltfonds

Ich kann ja verstehen, dass viele Anlegerinnen und Anleger sichere Anlageprodukte bevorzugen.

Aber warum ausgerechnet der Dirk Müller Premium Aktien Fonds? Rechnet man zu der negativen Performance noch die Inflation hinzu, wird es doch richtig bitter.

Ein Vergleich mit dem doch recht sicher konstruierten Arero Weltfonds zeigt, dass Sicherheit und Rendite sich nicht ausschließen müssen.

DMPAF (A111ZF) vs. Arero (DWS0R4)

Dirk Müller Premium Aktien Fonds vs Arero Weltfonds, 5-Jahres-Chart
Dirk Müller Premium Aktien Fonds vs. Arero Weltfonds, 5-Jahres-Chart

Ja, die Volatilität ist beim Arero Weltfonds auf 5 Jahre mit 9,78% ein bisschen höher als beim Dirk Müller Premium Aktien Fonds mit 7,41%.

Dafür ist die Performance des Arero aber mit knapp 25% – wohlgemerkt plus – auf den Zeitraum aber auch wirklich deutlich besser als die -13,03% des DMPAF.

Zum einen mag das an der Buy and Hold-Strategie liegen. Zum anderen spielen die deutlich niedrigeren Kosten in Höhe von 0,5% p.a. da sicher eine Rolle.

Hier gibt es wenigstens nicht nur eine konstante Abwärtsbewegung, sondern auch deutliche Ausbrüche nach oben.

Für mich bietet der Arero Weltfonds damit ein deutlich besseres Risiko-Ertrags-Verhältnis und dürfte für viele Anlegerinnen und Anleger keine schlechte Wahl sein.

Bei Scalable Capital oder der DKB lässt sich der Arero Weltfonds z.B. ganz leicht im Sparplan besparen.

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Alles Neu: der Dirk Müller Premium Aktien Fonds offensiv (A2PX1T)

Tatsächlich gibt es seit Kurzem nun aber auch noch den Dirk Müller Premium Aktien Fonds offensiv (A2PX1T).

Dabei soll es sich um dasselbe Aktienportfolio handeln, allerdings ohne Absicherungen.

Die laufenden Kosten für diesen Fonds liegen mit aktuell 1,70% p.a. aber auch sehr hoch.

Da stellen viele ETFs doch deutlich günstigere Mittel dar, um an der Entwicklung des Aktienmarktes teilzuhaben.

Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF ermöglicht zum Vergleich ein Investment in gut 3.700 Positionen weltweit. Und dass bei laufenden Kosten von 0,22% p.a.

Nun ja, dafür wurden die Aktien nicht handverlesen und mit dem Premiumsiegel von Dirk Müller versehen.

Wer es mag, soll (versuchen) damit glücklich (zu) werden…

In mein Portfolio – ACHTUNG Prognose – wird er jedenfalls nicht einziehen.

Disclaimer: ich bin aktuell nicht in den Dirk Müller Premium Aktien Fonds investiert und – so viel Prognose erlaube ich mir – werde da auch in Zukunft niemals Geld hineinstecken. Vom FTSE All-World UCITS ETF halte ich allerdings persönlich Anteile.

Dirk Müller Premium Aktien Fonds Erfahrungen

ETF-Yogi Rolf Scheuermann, Kommentar

Welche Dirk Müller Premium Aktien Fonds Erfahrungen hast Du gemacht? Warst Du in den DMPAF A111ZF oder A2PX1T investiert? Würdes Du das anderen rückblickend empfehlen? Wenn ja, wieso?

Oder hast Du Erfahrungen mit dem Arero Weltfonds? Wie siehst Du die beiden im Vergleich. Tue ich dem Dirk Müller Premium Aktien Fonds vielleicht unrecht?

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3 Antworten zu “Der Dirk Müller Premium Aktien Fonds (A111ZF), mal wieder”

  1. Sehr schöner Artikel, und gut recherchiert!
    Ich würde im Prinzip sagen, je elender die Performance umso größer das Selbstbewußtsein dieser Dampfplauderer!
    Ist ja bei Frank Thelen nicht viel anders.

    1. Danke! Ja, für diese Performance ist das Selbstbewusstsein doch noch erstaunlich groß.

      P.S.: Sorry, dass die Freischaltung etwas gedauert hat, aber ich war den ganzen Tag unterwegs ohne Zugang zum Computer.

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