Onvista – keine kostenlosen Sparpläne mehr

OnVista stellt kostenlose ETF-Sparpläne ein.

OnVista dreht weiter an der Preisschraube

Nachdem OnVista dieses Jahr bereits die Orderkosten erhöht hatte, folgt nun wohl das Ende der kostenlosen Sparpläne. Heute Morgen fanden OnVista-Kunden zumindest ein entsprechendes Schreiben in ihrer Postbox.

Persönlich bin ich zwar nicht vollkommen überrascht. Tatsächlich hatte ich damit mittelfristig gerechnet. Dennoch ärgert es mich ein wenig, dass es schon so früh kam. Meine Depot-Eröffnung bei der OnVista-Bank hatte sich leider etwas hingezogen und gerade waren die ersten Sparpläne dort angelaufen.

Wie sieht es bei Dir aus? Hattest Du diesen Schritt erwartet oder kam er für Dich vollkommen überraschend?

Erhöhung der Ordergebühren ab 1. März 2019

Im Februar hatte Onvista bereits aufhorchen als die Bank die Ordergebühren für individuelle Inlandskäufe erhöhte. Handelsplatzabhängige Kosten betragen demnach seit 1. März pauschal 2,-, ganz egal ob Festpreis- oder Freebuy-Modell.

Damit fallen bei einem Einzelkauf im Festpreis-Modell immer pauschal 7,- pro Trade an: Diese setzen sich aus 5,- Festpreis und 2,- handelsplatzabhängigen Kosten zusammen.

Da ich selbst das Festpreis-Modell gewählt habe, treffen mich die Erhöhungen nicht allzu sehr. Die 50 Cent Erhöhung kann ich verkraften. In der Regel wickele ich meine Käufe ohnehin über Sparpläne ab.

Änderung des Preis- und Leistungsverzeichnisses ab 1. Juni 2019

Einführung von Sparplangebühren

Wie für die meisten, ist die Einführung der Sparplangebühren da schon eine andere Kategorie. Laut heutigem Informationsschreiben kosten Sparpläne im OnVista-Depot dann ab dem 1. Juni 2019 pauschal 1,- € pro Ausführung.

Damit ist das kostenlose Sparplan-Angebot der OnVista-Bank Geschichte. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, bei denen einzelne Sparpläne von ausgewählten Aktions-ETF kostenlos besparbar waren, galt dies bei OnVista bisher für alle sparplanfähigen ETFs.

Dies war auch der große Unterschied. Anleger konnten sich einen Sparplan aus mehreren ETFs zusammenstellen und diesen langfristig besparen, ohne sich über einen Wechsel bei den Aktionsangeboten Gedanken machen zu müssen.

Tatsächlich hätte wohl jedem klar sein müssen, dass diese Angebot in sich eine Aktion darstellte, die natürlich auch einer zeitlichen Beschränkung unterliegen muss. Selbst der neue Anbieter Trade Republic, eine provisionsfreie Trading App, erhebt eine Fremdkostenpauschale von 1,- € pro Handelsgeschäft.

Unter dem Strich erscheinen mir die pauschalen 1,- € pro Sparplanausführung sehr fair. Wenn man mehrere Sparraten zusammenfasst und den Sparplan auf dreimonatige Ausführung einstellt, kann es richtig günstig werden.

Ab einer Sparrate von 100,- liegt man damit dann schon günstiger als bei den meisten Anbietern, wie die folgende Tabelle zeigt:

Sparrate50,-100,-200,- 300,-400,-500,-
Gebühren (in %)2 %1%0,5%0,33%0,25%0,2%

Änderung der Maximalrate von Sparplanausführungen

Diesbezüglich ist eine weitere Änderung natürlich recht bedauerlich. Die Maximalrate einzelner Sparplanausführungen wurde nämlich von 1000,-€ auf 500,-€ gesenkt.

Das schränkt Kunden, die ihre Sparraten gerne bündeln möchten ziemlich ein. Bei der DKB, bei der eine Sparplanausführung pauschal 1,50,- kostet, gibt es derartige Beschränkungen nicht. Hier liegt die maximale Sparrate wohl bei 100.000,-€. Ganz sicher bin ich mir dessen allerdings nicht, denn ich habe es noch nicht ausprobiert

Nicht betroffen von der neuen Regelung sind immerhin bereits laufende Sparpläne. So heißt es im Schreiben:

In der Vergangenheit abgeschlossene Sparpläne, die diese Maximalrate übersteigen, bleiben weiterhin in der vereinbarten Höhe bestehen.

Was die Formulierung “In der Vergangenheit abgeschlossene Sparpläne” genau bedeutet, wird nicht ausgeführt. Ich habe heute jedenfalls meine Sparpläne gleich auf eine dreimonatige Ausführung gesetzt. Die Maximalsparrate lag dabei oberhalb der Grenze von 500,- Euro.

Mal sehen, ob es akzeptiert wird. Im Schreiben heißt es jedenfalls, dass die geänderten Sonderbedingungen am 1. Juni in Kraft treten. Es könnte sich also lohnen, die Sparpläne vorher anzupassen.

Interessant ist vermutlich auch die Frage, wie die Gebühren für die Sparplanausführung eingehoben werden. Während die DKB diese zusätzlich vom Verrechnungskonto abhebt (z.B. 100,- plus 1,5,- = 101,50,-), wird die Ausführungsgebühr bei der OnVista-Bank anscheinend von der Sparrate abgezogen (z.B. 100,- minus 1,- = 99,-).

Weitere Änderungen

Beim Freebuy-Depot verringert sich auch die Anzahl der Freebuys im Preismodell Freebuy Cash. So sind es bei einem Mindestguthaben von 5.000,- (Paket L) nur noch 3 statt 4 Freebuys. Bei 10.000,- (Paket XL) sind es 4 statt 6 und bei 25.000,- (Paket XXL) sind es 5 statt 10.

Beim Preismodell Freebuy Trade verringern sich die Freebuys ebenfalls gehörig: 1 statt 2 (Paket S, ab 10 Trades), 5 statt 7 (Paket M, ab 30 Trades), 10 statt 15 (Paket L, ab 60 Trades), 20 statt 25 (Paket XL, ab 90 Trades), 30 statt 35 (Paket XXL, ab 130 Trades) und 70 statt 80 (XXXL, ab 250 Trades).

Finden weitere Kauforder ohne Freebuys statt, so erhöht sich hier der Preis wie folgt:

Grundpreiszzgl. OrderprovisionCap / max. Kosten
Alt5,99 €0,23%39,-
Neu 5,99 €0,25%49,-

Beim Telefonhandel verdoppeln sich die Preise für Orderaufgabe (20,- statt 10,-), Limitänderung (10,- statt 5,-) und Auftragsstornierung (10,- statt 5,-).

Weitere Änderungen gibt es unter anderem auch beim Börsenhandel USA.

Alle Änderungen beim Preis- und Leistungsverzeichnis des Festpreis-Depots findest Du hier. Das Preis- und Leistungsverzeichnis des Freebuy-Depots findest Du hingegen hier.

Fazit

Natürlich freut sich niemand über Preiserhöhungen. Andererseits sollte jedem klar gewesen sein, dass diese günstigen Preise letztlich ein zeitlich begrenztes Lockangebot waren. Seit heute wissen wir nun eben leider sehr genau, bis wann dieses Angebot seine Gültigkeit besitzt.

Alles in allem ist das Angebot der OnVista-Bank auch mit dieser Einführung von Sparplangebühren im Vergleich sehr günstig. Meine Hoffnung ist, dass die OnVista damit dann vielleicht auch bald ihr Angebot an sparplanfähigen ETFs weiter ausbauen wird.

Was hältst Du von der Einführung der Sparplangebühren?

Onvista - keine kostenlosen Sparpläne mehr 1

4 Antworten zu “Onvista – keine kostenlosen Sparpläne mehr”

  1. Ich finde es nicht OK. Hatte für meine Kinder monatlich 50€ gespart. Mit 2% manövriert sich onvista hier ins Aus. Ziehe nun notgedrungen mit den Kinderdepots zu Consors um.

    Mein eigenes Depot werde ich wohl bei TradeRepublic abbilden, wenn ich den Service und das Angebot gesichtet habe.

    Onvista bietet nun wirklich auch kein tolles Frontend und einen schlechten Service. Zudem werden Transaktionen mit mind. 1 Tag zeitverzögert angezeigt. Auch sind die Sparsummen und Intervalle hinter den Konkurrenten.
    Fazit: Höherer Preis für die gleiche Leistung – Ciao!

    1. Kann ich verstehen. Ja, das Frontend ist mit “mittelprächtig” noch rosig umschrieben. Von der DKB kommend war ich jetzt in dem Punkt auch nicht gerade verwöhnt, aber da sind doch Welten dazwischen.

      Höherer Preis bei gleicher Leistung gilt doch nur bei monatlicher Ausführung.
      Zahlst Du bei der Consorsbank nicht generell 1,5% pro Sparplanausführung? Dann dürfte OnVista für Dich günstiger sein, wenn Du den Modus auf dreimonatige Einzahlung abänderst. Du kannst ja einfach alle 3 Monate 150,- mit einer Gebühr von 1,- besparen. Das sind dann 0,67%. Mit den 1,5% bei der Consors zahlst Du stattdessen 2,25,- pro 150,-.

      Bei einer langfristigen Anlage ist es völlig egal ob man den Sparplan monatlich oder dreimonatlich ausführt.

      Nicht, dass die 5,- pro Jahr, die Du bei OnVista sparst, einen wirklichen Unterschied machen würden. Dennoch, das wäre für mich zumindest noch kein Grund zu wechseln…

      Trade Republic möchte ich auch demnächst mal ausprobieren. Habe da vor Kurzem eine Freigabe bekommen. Sieht spannend aus.

      1. Consors deswegen, weil es den LYX0AG dort als “Partner” ETF ohne Kosten gibt.
        Dazu kommt, dass man dort Einmalzahlungen machen kann, wenn es von der Oma mal ein Bonus gab. Das war bei Onvista bisher schon schwer. Nun ist es auch noch teuer.
        Aber hast Recht, ich werd wohl nochmal alles ans Whiteboard bringen und hart nachrechnen.

        1. Verstehe. Der Aktionszeitraum läuft aber auch nur bis zum 31.12.2020. Danach müsstest Du dann wahrscheinlich wieder nach einer neuen Lösung suchen. Gerade beim Kinderdepot kann das vielleicht etwas schwieriger sein. Ich habe keine persönlichen Erfahrungswerte, da wir unseres bei der DKB haben. Dort ist es recht unkompliziert. Die Höhe des Sparplans kann man flexibel anpassen (solange er über 50,- ist) und somit sind Bonuszahlungen überhaupt kein Probleme. Wir besparen dort den ausschüttenden Vanguard All-World für unseren Sohn. Ich passe den Sparplan regelmäßig von Hand an, um die Ausschüttungen zu thesaurieren. Der LYX0AG ist dort übrigens aktuell auch kostenfrei besparbar. Die Aktion began letztes Jahr, aber es ist schwer zu sagen, wie lange sie läuft. Für mich waren die pauschalen Sparplangebühren von 1,50- bei der DKB entscheidend, da ich nach einer Lösung gesucht habe, die langfristig kostengünstig ist. Ich wollte einfach kein Depot-Nomade werden. Bei jedem Trade entstehen ja auch Kosten. Mir scheinen die Angebote von DKB und OnVista daher sehr fair zu sein.

          Ich würde mich vorher auch erkundigen, ob es bei einer Depotbank Probleme gibt, den Wunsch-ETF fürs Kind zu besparen. Manche haben in der Vergangenheit berichtet, das bei der Consorsbank für Kinder nur niedrige Risikoklassen zugelassen werden, was viele Aktien-ETFs ausschließt. In Erfahrungsberichten habe ich gelesen, das bei der Consorsbank nur die Risikoklasse 3 fürs Kinder-Depot zugelassen wird. MSCI World-ETFs werden von der Consors Bank anscheinend als Risikoklasse 4 definiert und wären damit ausgeschlossen. Anscheinend geht es dann mit viel Aufwand doch irgendwie. Ein Bericht sprach davon, dass da eine schriftliche Order, die von beiden Eltern zu unterschrieben sei, notwendig war. Ich weiß nicht, ob ich mir so etwas antun würde. Da wären die 4 Euro pro Jahr bei der OnVista vielleicht doch zu verschmerzen.

          Ich versuche sonst auch zu sparen, wo es geht. Wir reden hier aber nicht über gewaltige Summen. Über 18 Jahre kommen da (pro Sparplan, dreimonatige Ausführung) gerade einmal 72,- zusammmen. Da ist die ETF-Auswahl wohl viel entscheidender und die passt ja bei Euch.

          In jedem Fall TOLL, dass Ihr das für Euere Kinder macht!!!

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