Finanzgurus und Berater – Sind gute Ratschläge teuer?

Finanzgurus und Berater - Ratschläge aus Wissenschaft und Finanzindustrie im Vergleich

Es ist schon erstaunlich, was ich in Social Media-Gruppen lese. Da gibt es immer wieder die selbsternannten Finanzgurus, die mit absurden Ansichten auf der Suche nach zahlungsfähigen Anhängern sind. Daneben gibt es Leute, die es immer noch für eine gute Idee halten, sich von einem provisionsabhängigen Berater eines Strukturvertriebes oder einem Bankberater beraten zu lassen.

In einem früheren Artikel im Rahmen einer Leserfrage zu einer Lebensversicherungs-Beratung bin ich schon einmal kurz auf das Thema Berater und Ratschläge eingegangen. Das Thema kommt aber immer wieder auf und daher kann es nicht schaden, etwas mehr dazu zu schreiben.

Wo kann Du Dir gute Informationen oder auch persönlichen Rat beschaffen? Was gilt es bei Beratern zu beachten?

Das Ganze beleuchte ich natürlich rein aus meiner Perspektive als Privatanleger. Wer meinen Blog schon eine Weile liest weiß vielleicht, dass ich hin und wieder auch Anleihen in der buddhistischen Philosophie vornehme.

ETF-Yogi oder Finanzguru?

Der ETF-Yogi sieht sich, wie das Wort suggeriert, als Yogi und eben nicht als Finanzguru. Selbsternannte Finanzgurus gibt es schon genug. Wozu mir auch gleich ein schönes Zitat von William Bernstein einfällt:

Das Wort ‘Guru’ ist deshalb so populär, weil ‘Scharlatan’ so schwer zu buchstabieren ist.

The reason that ‘guru’ is such a popular word is because ‘charlatan’ is so hard to spell.

William J. Bernstein, The Investor’s Manifesto: Preparing for Prosperity, Armageddon, and Everything in Between.*

Der Begriff Yogi ist mit dem Wort Joch (Englisch yoke) verwandt. Es geht darum, Dinge miteinander zu verbinden. Ein Yogi ist also ein Suchender, der versucht Verbindungen herzustellen.

Einerseits versucht der Yogi, sein Wissen ständig zu erweitern und in der Praxis zu testen. Andererseits geht es beim ETF-Yogi auch darum, die buddhistische Philosophie mit der Finanzwissenschaft zu verbinden. Manchmal sehe ich da Anknüpfungspunkte und manchmal nicht.

Benötigt man überhaupt Ratschläge oder Berater/-innen?

Nachdem das geklärt wäre, gleich zur wesentlichen Frage: ist es notwendig, dass Du einen Berater oder eine Beraterin hast oder Dich auf Ratschläge von erfahrenen Anlegern stützt? Hier finde ich die buddhistische Philosophie tatsächlich hilfreich. Häufig wird dort eine ganz ähnliche Frage diskutiert: benötigt man für den buddhistischen Weg einen Lehrer?

Die Antwort lautet hier: Ja. Jemand, der den Zustand der Buddhaschaft erlangen möchte, sollte sich besser auf einen Lehrer stützen bzw. die Ratschläge von erfahrenen Praktizierenden einholen. Warum?

Die Antwort ist ganz einfach: weil einem selbst die notwendigen Erkenntnisse sowie praktischen Erfahrungen fehlen. Da ist es bei der Geldanlage nicht anders. Ratschläge von echten Finanzgurus, qualifizierten Berater/-innen oder erfahrenen Privatanlegern helfen einfach ungemein.

3 Beispiele, die es deutlich machen

Der wegkundige Führer im unbekannten Land

Im tibetischen Buddhismus findet man drei Beispiele, die die Bedeutung eines Lehrers verdeutlichen. Da heißt es zunächst, dass ein Lehrer wie ein wegkundiger Führer ist. Ein solcher Führer hilft einem Reisenden, der sich auf unbekanntem Terrain bewegt.

Finanzgurus und Berater: worauf kann man sich stützen? Finanzindustrie, Nachbarschaft oder Wissenschaft?
Quo vadis?

Mit seiner Hilfe kann er das gewünschte Ziel sicher erreichen ohne sich zu verirren oder unnötige Umwege zu machen. Die richtigen Ratschläge bzw. gute Berater/-innen können einem zum Beispiel dabei helfen, die richtige Mischung aus Aktien und sichereren Anlageformen auszuwählen. Sie muss zu einem passen. Du bist dann einerseits nicht zu defensiv aufgestellt, kommst aber andererseits sicher ans gewünschte Ziel.

Die Eskorte an einem gefährlichen Ort

Ebenso ist der Lehrer wie eine Eskorte, die einem an gefährlichen Orten beschützt. Er beschützt einen vor Räubern, Betrügern und Dieben. Dieses Beispiel lässt sich leicht auf die Geldanlage übertragen. Es gibt hier zwar auch tatsächlich einige echte Betrüger, sehr viel häufiger begegnen einem aber Phänomene wie versteckte Gebühren und Kosten.

Ohne die richtigen Ratschläge oder Berater/-innen fallen sie einem meist gar nicht auf. Gerade laufende Kosten , wie Du sie oft in einem Versicherungsmantel oder bei aktiven Fondsgebühren findest, können Dich viel Geld kosten.

Der Fährmann, der Dir beim Übersetzen hilft

Das letzte der drei Beispiele vergleicht den Lehrer mit einem Fährmann, der einem hilft, den Fluss zu überqueren. Der erfahrene Fährmann verhindert, dass einen Strömung davon reißt. Auch das lässt sich leicht übertragen, denn gerade in volatilen Marktphasen können die Bewegungen am Aktienmarkt durchaus überwältigend sein.

Gute Ratschläge oder Berater/-innen können Dir dabei helfen,Dich richtig zu verhalten und den Kurs zu halten. Du lässt Dich z.B. nicht einfach von den eigenen Emotionen im Aktiencrash davon reißen und verkaufst in Panik. In einer solchen Situation eine richtige Entscheidung zu treffen, kann entscheidend sein für den eigenen Anlageerfolg.

Woran erkennst Du gute Berater/-innen oder Ratschläge?

Bist Du davon überzeugt, dass Du Dich auf gute Ratschläge oder Berater/-innen stützen solltest, stellt sich die nächste Frage. Woran erkennst Du eigentlich gute Berater/-innen? Woran erkennst Du gute Ratschläge oder Informationen?

Gerade wenn Du selbst am Anfang der Karriere als Privatanleger stehst ist das schwierig. Dir fehlen dann doch vielleicht noch die Kompetenzen, dass zu beurteilen. Taugt ein Finanzguru etwas oder nicht?

Wieder kann ein Blick in buddhistische Lehrwerke helfen. Hier gibt es nämlich Beschreibungen, welche Eigenschaften ein Lehrer haben sollte. In manchen Texten ist hier die Rede von acht, von vier oder auch von nur zwei Qualitäten, die ein Lehrer mitbringen sollte.

Die Darstellung mit zwei Qualitäten stammt aus dem Werk Bodhicarya-Avatara des Shantideva. Hier heißt es, dass ein religiöser Lehrer zumindest folgende zwei Qualitäten benötigt:

  • er muss sich in der Materie gut auskennen
  • sein Verhalten muss in ethischer Hinsicht einwandfrei sein

Das lässt sich wiederum leicht auf die Geldanlage übertragen. Berater/-innen bzw. die Quelle von Ratschlägen sollten zum einen natürlich kompetent sein. Zum anderen sollten die beteiligten Personen über eine gute Ethik verfügen.

Ein kompetenter Berater sollte also in erster Linie unser Wohl als Anlieger verfolgen. Es reicht dabei aber nicht, wenn der/die Berater/-in kompetent ist und menschlich einwandfrei. Das muss auch auf die Firma zutreffen, für die er oder sie arbeitet. Es ist wichtig, dass es hier keine äußeren Zwänge gibt, die zu unserem Nachteil sind.

Paul Merriman geht auf das Thema in Financial Fitness Forever* ebenfalls ein. Er stellt dort drei Arten von Ratschlägen vor, zwischen denen Du unterscheiden lernen solltest:

  • Wall Street (=Finanzindustrie)
  • Main Street (=Nachbarschaft,)
  • University Street (=Wissenschaft)
  1. Zu den diversen Vertretern der Finanzindustrie gehören z.B. Bankberater, Anlageberater, Versicherungsvertreter, etc.
  2. Dann gibt es da noch die Nachbarschaft, also unser Umfeld bestehend aus Verwandten, Freunde, Bekannten und Kollegen.
  3. Natürlich gibt es dann auch unabhängige Experten bzw. Wissenschaftler.

Schauen wir uns einmal an, inwiefern die Beschreibung ethisch einwandfrei und kompetent auf diese Kategorien zutrifft.

Erstens, die Finanzindustrie – immer bereit

Okay. Die Finanzindustrie kann und will ich hier natürlich nicht als Ganzes diskreditieren. Da gibt es definitiv positive Ausnahmen. Dennoch ist ethisch einwandfrei sicher nicht das erste Attribut, das Leute für gewöhnlich in den Sinn kommt, um diese Sparte zu beschreiben?

Hier wimmeln sich die Finanzgurus, die uns bereitwillig dabei helfen, unser Geld anzulegen. Purer Altruismus? Eher nicht. Man ist natürlich direkt an unserem Geld interessiert. Das ist durchaus legitim. Da gibt es allerdings trotzdem einen klaren Interessenkonflikt. Es ist entscheidend, wie damit umgegangen wird.

Ein großes Problem sehe ich bei provisionsabhängiger Beratung. Da besteht einfach ein Interessenkonflikt, der nicht zu leugnen ist. Die Produkte, die meiner Meinung nach für uns am Besten sind, bringen wenig bis gar keine Rendite. Produkte, die für uns von Nachteil sind, bieten hingegen für Berater/-innen oft hohe Provisionen.

Verheerend kann es werden, wenn ein Unternehmen dazu noch als pyramidenförmiger Strukturvertrieb organisiert ist. Da hofft nicht nur der freundliche Mensch, der uns berät, auf seine Provision. Über ihm stehen weitere Personen in der Rangordnung, die ebenfalls einen Teil der Provision einfordern und den Druck nach unten weitergeben.

Unser/e Berater/-in ist oft selbst das schwächste Glied in der Kette. Der Chef macht konkrete Umsatzvorgaben und es herrscht Produktbindung. Nicht selten werden lukrative Prämien in Aussicht gestellt, wenn bestimmte Produkte erfolgreich verkauft werden.

Es gibt also gleich eine größere Menge an Menschen, die an unserem Geld als Einnahmequelle interessiert sind. Egal wie kompetent ein Finanzguru ist und wie nett und eloquent er uns seine Angebote unterbreitet, die Produkte haben oft einen echten Haken.

Was hohe Provisionen einbringt, hat fast immer auch hohe laufende Kosten. Sehr beliebt sind da Lebensversicherungen. Sie bieten nicht nur hohe Provisionen, sondern haben teilweise enorme Kosten. Diese nagen an unserer Rendite.

Versetze Dich selbst in die Situation eines solchen Beraters oder einer Beraterin. Wie würdest Du handeln, wenn Du Dich zwischen den Interessen des Kunden und den Vorgaben deines Chefs sowie deinen Provisionen entscheiden müsstest?

Ganz ehrlich. Wenn ein Finanzguru als erstes eine kapitalbildende Lebensversicherung anpreist, dann bin ich raus. Da habe ich bereits genug gehört. Mir ist klar, dass hier nicht meine Interessen im Vordergrund zu stehen scheinen.

Das ist der Vorteil eines Honorarberaters (, der natürlich nicht noch zusätzlich an Provisionen verdienen sollte). Du bezahlst ihn und er arbeitet damit für Dich. Ja. Das kostet etwas. Wenn Du aber die Abschlussgebühren und hohen laufenden Kosten mitberechnest, ist das wahrscheinlich wesentlich günstiger als eine “Gratisberatung”.

Es ist wichtig das zu verstehen: es gibt keine kostenlosen Beratungen. Kein professioneller Berater setzt sich umsonst mit Dir hin – einfach so. Auf die eine oder andere Weise zahlst Du immer: entweder entrichtest Du ein Honorar, was meiner Meinung nach die transparenteste Form ist, oder Du nimmst Abschlussgebühren und höhere laufende Kosten in Kauf.

Das Thema Kompetenz solltest Du natürlich auch nicht vergessen. Manche der Berater/-innen verfügen sicher über eine gute Ausbildung und sind entsprechend kompetent. Leider gilt das aber nicht für alle. Der schlimmste Fall ist sicher, wenn Du an provisionsabhängige Verkäufer/-innen gerätst, die weder ethisch einwandfrei noch kompetent sind. Da wird es dann richtig gefährlich.

Es hilft also nichts. Auch wenn wir uns auf Berater/-innen stützen, macht es Sinn, in die eigenen Finanzbildung zu investieren oder jemanden zu einem Gespräch mitzunehmen, der sich auskennt und einem Ratschläge geben kann.

Zweitens, unsere Nachbarschaft mit vielen guten Ratschlägen?

Auch in unserer Nachbarschaft finden wir viele Leute, die uns jederzeit – gefragt oder ungefragt – mit guten Ratschlägen zur Seite stehen. Vielleicht ist darunter auch ein echter Finanzguru, doch die Chancen sind eher gering.

Da ist natürlich der nette Kollege, der uns von seinen Erfolgen mit Bitcoins berichtet. Eine Freundin berichtet uns in der Kneipe von ihren phänomenalen Gewinnen mit Optionen. Ein Verwandter hat hervorragende Tipps für ein Unternehmen, dessen Aktie bald durch die Decke gehen wird.

Schauen wir uns wieder an, wie es hier mit Ethik und Kompetenz bestellt ist. Gehen wir mal davon aus, dass es sich wirklich um Freunde und Verwandte handelt, dann ist hier wohl nur in seltenen Fällen damit zu rechnen, dass jemand schlechte Absichten hat.

Dennoch können wir uns nicht wirklich sicher sein, was für Motive hier mit ihm Spiel sind. Die Beweggründe sind oft nicht so eindeutig. Vielleicht möchte uns jemand zum Beispiel beeindrucken. Man berichtet uns von den Dingen, die gut liefen, aber was ist mit den Misserfolgen, die es vielleicht auch gab?

Diese werden in solchen Gesprächen gerne ausgeblendet. Man will ja zeigen, was für ein toller Hecht man ist. Da werden die Verluste gerne ausgeblendet. Die wenigsten verfolgen die Entwicklung ihrer Geldanlage im Detail.

Was nützt es zum Beispiel, wenn jemand mit einer einzelnen Aktie viel Erfolg hatte, während der Rest seines Portfolios ihm/ihr große Verluste bescherte? Verluste werden gerne verdrängt und man spricht einfach nicht darüber.

Wir können die Qualität der erhaltenen Informationen nicht richtig einschätzen. Vielleicht bekommen wir hier wirklich gute Tipps und erhält sinnvolle Ratschläge. Wir haben aber keine objektive Möglichkeit, deren Qualität zu überprüfen.

Das gilt auch für Finanzblogs, Podcast, Youtube-Kanäle oder andere Social Media-Auftritte zu diesem Thema. Diese sprießen wie Pilze aus dem Boden. Darunter findet sich dann vieles, was einigermaßen seriös ist und anderes, na ja…

Meinen Blog will ich hier natürlich nicht ausnehmen. Ich versuche ja immer ganz klar zu machen, dass ich einfach ein Privatanleger bin, der hier seine Meinung schreibt. Genau so solltest Du das was ich sage auch behandeln. Ich möchte nicht als Finanzguru herüberkommen.

Klar. Mit einem anderen Blogtitel könnte ich mir sicher einen noch seriöseren Anstrich verleihen. Am besten würde ich dann meinen Klarnamen verwenden und den Doktortitel voranstellen. Das Problem: da ich den in einem ganz anderen Gebiet erlangt habe, sagt der einfach wenig über meine Kenntnisse im Finanzbereich aus.

Wenn ich über Finanzen, ETFs & Co schreibe, stütze ich mich dabei vor allem auf Quellen, die ich für seriös und verlässlich halte. Als Wissenschaftler sind das für mich natürlich in erster Linie jene, die ich im nächsten Punkt beschreibe.

Drittens, die Wissenschaft – Kannst Du Dich darauf verlassen?

Wenn wir die Interessen von Wissenschaftlern mit jenen der Finanzindustrie und unserer Nachbarschaft vergleichen, gibt es da doch große Unterschiede. Die Motive unterscheiden sich sehr.

Wissenschaftler sind in der Regel nicht an deinem Geld interessiert, zumindest nicht unmittelbar. Sie sind an Universitäten beschäftigt, die durch Steuergelder oder privat finanziert sind. Außer es gerät in den Fokus ihrer wissenschaftlichen Neugier, interessiert es sie in der Regel gar nicht, was Privatanleger mit ihrem Geld anstellen.

Die Kompetenzfrage brauchst Du hier gar nicht erst stellen. Am akademischen Fachdiskurs nimmt nur Teil, wer zumindest über eine umfassende Bildung in dem Bereich verfügt. Ihre Kenntnisse vermitteln Wissenschaftler – außer in Vorlesungen und auf Tagungen – meist durch Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften und Buchreihen.

Damit etwas in einem akademische Journal akzeptiert wird, muss es zunächst einmal ein strenges Auswahlverfahren durchlaufen. Das ist die sogenannte Peer Review. Dabei begutachten andere Wissenschaftler, also Peers, die ebenfalls über Kompetenzen in dem Bereich verfügen, die Arbeit ihrer Kollegen.

Hier wird dann zum einen die Einhaltung wissenschaftlicher Standards überprüft. Natürlich wird dabei aber auch nach inhaltlichen Fehlern und Mängeln gesucht. Natürlich gibt es hier trotzdem qualitative Unterschiede.

Trotzdem trennt sich bei der Peer Review die Spreu vom Weizen. Halbgare Thesen und absurde Aussagen, die nicht haltbar sind, fallen in der Regel durch. Ein wissenschaftlicher Artikel hebt sich deutlich von der Finanzpornografie ab, in der jeder zunächst einfach alles behaupten kann.

Es hört aber nicht mit der Peer Review auf. Andere Wissenschaftler lesen Artikel und rezipieren sie. Sie gehen dann z.B. in ihren eigenen Arbeiten darauf ein, erweitern, kritisieren oder widerlegen die Aussagen vielleicht.

Wissenschaftler sind sich bewusst, dass ihre Aussagen von einer fachkundigen Leserschaft unter die Lupe genommen werden. Viele haben Angst, ihren guten Ruf zu verlieren.

Daher werden sie ihre Aussagen genau abwägen und präzise formulieren. Alles muss belegbar und für andere nachvollziehbar sein. Niemand möchte sich gerne öffentlich bloßstellen lassen. Was stattdessen angestrebt wird ist wissenschaftliches Renommee, feste Stellen oder Forschungspreise.

Das ist die Informationsquelle, der ich persönlich am meisten vertraue. Die Wissenschaft liefert uns einigermaßen verlässliche und ungeschönte Informationen darüber, was beim Anlegen funktioniert (hat) und was nicht.

Es ist eine ganz andere Art von Informationsquelle als die ersten Beiden. Gerade ein Do-It-Yourself-Investor, der seine Geld lieber selbst managt und keinen Berater hinzuzieht so wie ich, sollte sich auf solche Informationen stützen und sich informieren.

Glücklicherweise gibt es einige Wissenschaftler wie Gerd Kommer,* Larry Swedroe* oder Martin Weber, die Bücher verfassen, die auch für Laien verständlich sind und einen guten Überblick über das Thema geben. Weitere interessante Bücher findest Du auch bei meinen Literaturtipps.

Manche davon sind sogar kostenlos erhältlich, wie zum Beispiel Professor Martin Webers Genial einfach investieren: Mehr müssen Sie nicht wissen – das aber unbedingt!* Das Buch kann als kostenloses PDF über die Webseite des von ihm geleiteten Arero Weltfonds heruntergeladen werden.

Auch drei der Bücher von Paul Merriman kann man über seine Webseite gratis herunterladen. Auch hier muss man sich nicht registrieren oder ein Abo abschließen. Einziges Manko ist hier vielleicht, dass man Englisch beherrschen muss und manche Details auf den amerikanischen ETF-Markt angepasst sind.

Fazit

Gute Ratschläge müssen nicht teuer sein. Wissenschaftliche Publikationen sind oft sogar frei zugänglich, wohingegen Finanzpornografie häufig sogar etwas kostet. Bei Beratern ist es hingegen sinnvoll, Geld für Honorare in die Hand zu nehmen. Kostenlose Beratungen sowie Tipps von selbsternannten Finanzgurus können kostspielig sein.

Ein abschließender Tipp: vertraust Du, wie ich, nicht auf Berater oder Finanzgurus? Managst Du Dein Geld auch lieber selbst? Kein Problem. Du solltest aber im Hinterkopf behalten, wie sinnvoll Berater/-innen sein können. Spätestens wenn Dich ein Crash in Panik versetzt und Du daran denkst, Dein Portfolio sofort aufzulösen, solltest Du darüber nachdenken, einen Berater aufzusuchen.

Wie siehst Du das? Kann Dir ein Berater einen Mehrwert bringen? Wo holst Du Dir Deine Ratschläge? Welche Erfahrungen hast Du mit Beratern gemacht? Über Deine Kommentare freue ich mich, wie immer, sehr.

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