Christian Lindner-Portfolio: 3 ETFs sind (k)eine gute Anlageidee?

Christian Lindner-Portfolio: 3 ETFs sind (k)eine gute Anlageidee? 1

FDP-Chef Christian Lindner war kürzlich Gast im Sommerinterview der ARD und wurde dabei auch zur Geldanlage befragt.

Immerhin möchte er gerne Finanzminister werden und wenn sich dieses Mal wieder die Chance bietet mitzuregieren, wird er die Chance doch sicher ergreifen.

Gerade in der Finanzszene gilt Lindner ja als Kenner und große Hoffnung.

Leider hatte ich das ARD-Sommerinterview verpasst, aber zum Glück gibt es ja die Mediathek und Youtube. Meine Erwartungen waren hoch.

Als ETF-Liebhaber wurde ich nicht komplett enttäuscht, aber meine Erwartungen waren letztlich vielleicht doch zu hoch.

Der aktuelle Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz setzt ja bekanntlich auf das gute alte Sparbuch. Auch wenn er zuletzt zu Aktien rät, hat er ja selbst keine. Da erwartet man sich von Christian Lindner doch mehr Expertise.

Und tatsächlich. DerFDP-Chef setzt für die Geldanlage lieber auf 3 ETFs.

Na, dann ist doch alles bestens. Der ETF-Yogi soll glücklich sein und sich freuen.

Moment. Nicht so schnell. Gibt es da nicht die alte Börsenweisheit “Es ist manchmal besser, nicht zu investieren, als schlecht zu investieren.”

Okay. Prinzipiell finde ich investieren ja gut. Dennoch gilt auch: nicht alle ETFs sind gleich.

Fürs Portfolio heißt es insbesondere: “Die richtige Mischung macht’s!”

Anders ausgedrückt: Es ist manchmal besser, ETFs nicht zu mischen, als sie schlecht zu mischen.

Ein ETF auf den MSCI ACWI All Country-Index oder den FTSE All-World ist manchmal sicher besser als irgendein komisches Portfolio mit 10 ETFs. Aber wie sieht es mit 3 ETFs aus?

Das Christian Lindner-Portfolio musste ich mir daher unbedingt genauer ansehen, auch im Urlaub.

Wien  bei Nacht - Blick von der Donauinsel. Christian Lindner-Portfolio mit 3 ETFs
Wien, Donauinsel, bei Nacht – ETF-Yogi im Kurzurlaub

Das Christian Linder-Portfolio aus dem ARD-Sommerinterview

Wie sieht es nun aus, das Christian Lindner-Portfolio? Am besten, wir starten mit dem O-Ton aus dem ARD-Sommerinterview.

Selbst nachhören kannst Du die Passage des Interviews auf Youtube hier. Jetzt aber die wörtliche Wiedergabe:

Frage: Wie würden sie 10.000€ investieren?

Christian Lindner: Ernst gemeinte Frage? Ich bin kein Anlageberater. Ich rate aber ab, es so zu machen wie Olaf Scholz. Stichwort: Sparbuch. Ich würde mir drei weltweit anlegende … ne, 3 ETFs aussuchen: 1 ETF MSCI World, 1 ETF Dow Jones und 1 ETF DAX.

Okay… Zunächst einmal gut, dass Christian Lindner feststellt, dass er kein Anlageberater ist. Im weiteren Verlauf wird das ja ohnehin deutlich.

Er macht damit aber auch klar, dass er hier nur seine Meinung wiedergibt und keine Anlageberatung durchführt. Es handelt sich also nicht um Anlageratschläge, sondern lediglich seine Meinung. So weit, so gut.

Auch der erwartbare Seitenhieb gegen Olaf Scholz geht in Ordnung. Ein Finanzminister, der sein Geld bei Minuszinsen auf dem Sparbuch anlegt? Come on. Der muss das bisschen Häme aushalten.

Dann wird es interessant. Lindner startet den nächsten Satz mit “drei weltweit anlegende” und korrigiert sich dann auf einfach ” 3 ETFs”, also ohne den Zusatz weltweit.

Vermutlich ist im bewusst, dass es nicht vorteilhaft wäre, den DAX im deutschen Wahlkampf außen vor zu lassen.

Schade. Tja, man kann es nicht allen recht machen – und bei mir erreicht er damit genau das Gegenteil. Dazu gleich mehr.

Was nun folgt, ist eben die Nennung der drei ETFs, die das Christian Lindner-Portfolio ausmachen: einen ETF auf den MSCI World, einen auf den Dow Jones und einen auf den DAX.

Das ist eine … sagen wir mal … interessante Wahl.

Ist das Christian Lindner-Portfolio eine gute Anlageidee?

Die ETFs des Christian Lindner Portfolios

iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) – IE00B4L5Y983

Ein ETF auf den MSCI World ist keine extravagante Wahl, sondern eher fast langweilig solide. Bei der Geldanlage gilt aber: Langeweile ist gut, richtig gut.

Für sich genommen, ist dieser ETF nach meinem Verständnis eine gute Anlageidee. Als er diesen nannte, war ich beeindruckt und dachte mir, dass der FDP-Spitzenkandidat uns hier wohl ein richtig gutes Portfolio präsentieren wird.

Auf den MSCI World gibt es zahlreiche ETFs. Gehen wir der Einfachheit halber von einem der beliebtesten aus und nehmen den iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc).

NameiShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) – IE00B4L5Y983
TER / TD0,20% / 0,06%
Indexabbildung / Ertragsverwendungphysisch/thesaurierend
Anzahl Positionen1.559
Fondsgröße34,17 Mrd

Quelle: extraetf.com, 3.8.2021

Mit einem ETF auf den MSCI World investiert man in gut 1.500 Aktienunternehmen in den entwickelten Ländern.

Aufgrund der Gewichtung nach Marktkapitalisierung sind die USA derzeit natürlich ziemlich stark übergewichtet und rangieren bei ca. 67%.

Die Top 10-Werte machen mit fast 18% viel aus und die verteilen sich auf Giganten wie Apple, Microsoft, Amazon, Facebook, Google, Tesla, Nvidia, JPMorgan, und Johnson & Johnson.

Der ETF hat also durchaus eine Konzentration auf die USA und dort auch auf bestimmte Unternehmen. Dennoch ist der Fonds durchaus eine gute Wahl und reflektiert die Marktgegebenheiten.

Hätte Christian Lindner gesagt, dass für ihn dieser eine ETF langt, hätte ich nichts einzuwenden gehabt. Doch da kamen ja noch zwei weitere ETFs.

iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF – IE00B53L4350

Der zweite ETF, den er nannte, war dann ja einer auf den Dow Jones bzw. den Dow Jones Industrial Average-Index. Hier wird es dann aber bereits schwierig. Zum einen gibt hier bei den ETFs relativ wenig Auswahl.

Genau genommen gibt es da nur 2 ETFs – und das wohl aus gutem Grund. Wobei, theoretisch gibt es ja auch noch eine ESG-Variante, den iShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS ETF. Die meint Christian Lindner vermutlich nicht.

Zur Wahl stehen also der iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF (Acc) oder der Lyxor Dow Jones Industrial Average UCITS ETF.

Die beiden ETFs geben sich nicht viel, aber der iShares-ETF glänzt mit geringeren Kosten und – zum Gegensatz des synthetisch replizierenden Lyxor-ETFs – mit einer physischen Indexabbildung.

NameiShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF (Acc) – IE00B53L4350
TER / TD0,33% / -0,06%
Indexabbildung / Ertragsverwendungphysisch/thesaurierend
Anzahl Positionen30
Fondsgröße726,06 Mio.

Quelle: extraetf.com, 3.8.2021

Meiner Meinung nach hat es auch einen Grund, dass es nur wenige ETFs auf den Dow Jones Industrial Average-Index – oder auch einfach nur der Dow – gibt.

Er ist einer der ältesten Indexe, aber nicht nur aus zeitlicher Perspektive ein Relikt vergangener Börsentage.

Seine sehr eigenwillige Gewichtung macht aus ihm einen vergleichsweise seltsamen Index, denn der Dow ist ein preisgewichteter Kursindex.

Kurz gesagt bedeutet das, dass Aktien, deren Kurswert besonders hoch ist, im Index höher gewichtet sind – und dabei wird eben nicht beachtet, wie viele Aktien des Unternehmens im Umlauf sind.

Eine Aktie wie Amazon findet sich daher nicht im Dow Jones Average Index wieder, da sie ihn aufgrund des hohen Kurswertes der einzelnen Aktien heillos dominieren würde.

Der auf US-Aktien fokussierte Index hat entsprechend auch eine hohe Konzentration auf die enthaltenen Top Ten-Werte, die über 50% des Index ausmachen.

An Platz 1 findet sich dort die UnitedHealth Group Incorporated, gefolgt von Goldman Sachs Group Inc, The Home Depot Inc., Microsoft, Visa Inc. Class A, Amgen Inc, salesforce.com inc., McDonald’s Corporation, Boeing Company und Honeywell International Inc.

Das ist ein alternative Gewichtung, die jetzt nicht unbedingt den Markt wiedergibt. Der Fonds enthält 30 Werte und ist damit schon sehr konzentriert.

Als alleiniges Investment im Portfolio halte ich einen ETF auf den Dow Jones Industrial Average daher für keine gute Anlageidee.

iShares Core DAX UCITS ETF (Acc) (DE)DE0005933931

Das Christian Lindner-Portfolio wird durch einen dritten ETF auf den DAX komplettiert.

“Der DAX? Wieso ausgerechnet den DAX?“, wäre hier meine erste Frage.

In der Aufnahme hört man ja ganz gut, dass sich Christian Lindner kurz korrigiert und oben hatte ich es auch bereits angedeutet. Vielleicht hat er den DAX nur genannt, damit man ihm nicht vorwerfen kann, dass er nicht in deutsche Werte investiert?

Damit richtet sich Christian Lindner wohl an das heimische (Wahl-)Publikum und verhindert auch den Vorwurf, dass er Deutschland nicht berücksichtigt – auch wenn deutsche Werte in geringem Maße im MSCI World enthalten sind.

Auch beim DAX, einem der Lieblings-Indexe deutscher Anleger, wähle ich für den Artikel hier erneut ein iShares-Produkt, den iShares Core DAX UCITS ETF (Acc).

NameiShares Core DAX UCITS ETF (Acc) – DE0005933931
TER / TD0,16% / -0,21%
Indexabbildung / Ertragsverwendungphysisch/thesaurierend
Anzahl Positionen30
Fondsgröße7,09 Mrd.

Quelle: extraetf.com, 3.8.2021

Hier stünden zwar auch wieder mehrere ETFs zur Auswahl, doch mit dem iShares Core DAX UCITS ETF (Acc) ließe sich das Depot sehr kostengünstig bei Trade Republic führen, wo iShares-ETFs im Sparplan kostenfrei besparbar sind.

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Außerdem sind damit dann alle drei exemplarisch genannten ETFs sehr solide, kostengünstig und physisch replizierend.

Wie auch immer, für sich alleine genommen ist ein ETF auf den DAX für mich kein empfehlenswertes Investment.

Zunächst einmal besteht der DAX aus lediglich 30 Aktienunternehmen (ab September 40), die dann auch noch auf ein einzelnes Land konzentriert sind.

Der DAX ist also eine konzentrierte Länderwette. Hinzu kommt, dass die meisten Leser*innen dieses Blogs vermutlich dort wohnen und damit ohnehin eng mit dem wirtschaftlichen Geschick Deutschlands – zum Beispiel über den Job – verknüpft sind.

Auch dieser Index ist hoch konzentriert und es entfallen derzeit fast 65 % auf die folgenden Top Ten-Werte: 1. Linde plc, 2. SAP SE, 3. Siemens AG, 4. Allianz SE, 5. Daimler AG, 6. BASF SE, 7. Deutsche Post AG, 8. Deutsche Telekom AG, 9. adidas AG und 10. Bayer AG.

Wenn es unbedingt Deutschland sein muss, dann wäre mir ein ETF auf den MDAX lieber oder aber den Vanguard Germany All Cap UCITS ETF, der über 150 Wertpapiere aus den Segmenten Large Caps, Mid Caps und Small Caps enthält.

Das Christian Lindner-Portfolio unter der Lupe

ETF-Gewichtung

Wie Du gesehen hast, sind die ETFs auf den Dow Jones Industrial Average und den DAX für mich keine guten Einzelinvestments.

Für das Portfolio heißt das aber noch nichts. Ein Portfolio ist ja die Summe seiner Teile und vielleicht machen die 3 ETFs in Kombination ja Sinn.

Nutzen wir daher das Morningstar Instant X-Ray-Tool, um uns das Portfolio etwas näher zu betrachten.

Solltest Du dieses kostenlose Tool noch nicht kennen, schlage ich vor, Du siehst es Dir hier etwas näher an, denn es ist echt hilfreich, um ein Portfolio unter die Lupe zu nehmen.

Um das zu tun, musst Du natürlich die Gewichtung Deiner ETFs im Portfolio kennen.

Leider hat Christian Lindner im Interview nicht erwähnt, wie die ETFs gewichtet werden sollten. Daher gehe ich jetzt einfach von einer Gleichgewichtung aus.

10.000€ verteilt auf das Christian Lindner-Portfolio

iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) – IE00B4L5Y98333,33% / 3333,33€
iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF (Acc) – IE00B53L435033,33% / 3333,33€
iShares Core DAX UCITS ETF (Acc) – DE000593393133,33% / 3333,33€

Asset-Allokation

Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass Christian Lindner hier voll auf Risiko geht.

Setzt Olaf Scholz mit seinem Sparbuch auf Sicherheit, zumindest was die ersten 100.000€ angeht, geht Christian Lindner mit 100% Aktien echt aufs Ganze.

Mit vorübergehend mehr als 50% minus musst Du bei einem Börsencrash mit einem solchen Portfolio rechnen. Das ist nichts für schwache Nerven.

Kann man aber machen – und ich tue das ja im Prinzip auch. Zwar habe ich ca. 10% Staatsanleihen von Entwicklungsländern im Portfolio, aber die verhalten sich im Prinzip auch fast wie Aktien.

Ländergewichtung

Amerika ist im Portfolio mit 56,73% zwar etwas übergewichtet, doch der Anteil ist sogar noch geringer als beim MSCI World.

Stattdessen macht nun Europa fast 40% aus. Das ist jetzt nun wirklich verdammt viel. Um präzise zu sein, sollten man allerdings darauf hinweisen, dass etwas über 33% davon auch noch die 30-40 deutschen DAX-Werte sind.

Das ist nun wirklich mal ein ordentlicher Home Bias.

Asien ist im Portfolio mit ca. 3,4 % quasi gar nicht vertreten und wird im Prinzip vorwiegend durch Japan repräsentiert. Autsch!

Zwar gibt es immer wieder Diskussionen, wie viel Asien – insbesondere wie viel China – einem Portfolio gut tun, aber der Fall hier ist doch deutlich: das ist zu wenig!

Unter 0,5% China ist nun eher Homöopathie und wird der Rolle der aufstrebenden Großmacht – was immer man von ihr hält – nicht gerecht.

Die Ländergewichtung geht für mich gar nicht.

Aktienstil

Ein Ungleichgewicht findest Du auch beim Aktienstil.

Der MSCI World-Index enthält zwar Large und Mid Caps, ist aber marktapitalisierungsgewichtet. Die beiden anderen Indexe enthalten ohnehin nur Large Caps. Dadurch dominieren die Large Caps das Portfolio völlig.

Immerhin ist Value dank DAX und Dow Jones Industrial Average-Index etwas übergewichtet, was ich ja prinzipiell nicht schlecht finde.

Trotzdem gehören für mich in einem Portfolio Small  und Mid Caps  einfach dazu.

Aktiensektoren

Die Aktiensektoren sind ganz okay, auch wenn zyklische Werte, insbesondere Rohstoffe und Konsumgüter, etwas übergewichtet sind, ebenso wie Industriewerte.

Nicht zyklische Konsumgüter, Technologiewerte und Telekommunikation sind dafür leicht untergewichtet.

Das bleibt aber alles im Rahmen und wäre für mich akzeptabel.

Kosten

Mit einer durchschnittlichen TER des Portfolios von 0,23% p.a. hat das Portfolio niedrige laufende Kosten und die Tracking-Differenz der einzelnen ETFs hält sich auch im Rahmen.

Dank kostenloser Sparplan-Angebote, z.B. bei Trade Republic, kann es wirklich günstig gespart werden. Das ist ein echtes Plus.

In punkto Kosten überzeugt das Portfolio.

Doch billig heißt ja leider nicht notwendigerweise gut.

Klumpenrisiken

Alle der Aktienwerte, die im Dow Jones und DAX enthalten sind, finden sich auch im MSCI World wieder.

Dadurch entstehen bei einzelnen Aktienunternehmen größere Konzentrationen im Portfolio, wobei es sich noch im Rahmen hält.

Wie lautet wohl die größte Position in diesem weltweit anlegenden 3-ETF-Portfolio?

10 Points go to Germany. The Winner is: Linde PLC mit einem Anteil von 3,63%.

Fast hätten es sogar drei deutsche Unternehmen auf die ersten 3 Ränge geschafft, denn dicht danach folgt SAP SE mit 3,47% und die Siemens AG mit 2,88%, die gerade noch so von der Microsoft Corp auf Platz 4 verwiesen wird.

Danach folgen: UnitedHealth Group Inc. 2,83%, Goldman Sachs Group Inc. 2,45%, Apple Inc 2,29%, Allianz SE 2,26%, The Homde Depot Inc. 2,25% und Daimler AG 1,82%.

Hier entfallen also knapp 27% auf die ersten 10 Werte und Deutschland hat daran einen sehr großen Anteil.

Es gibt zwar kein massives Übergewicht einzelner Aktienwerte, doch diversifiziert geht irgendwie anders. Das riecht dann eher nach Länderwette.

Mit 3 ETFs  geht das wirklich besser.

Fazit – Das Christian Lindner-Portfolio also (k)eine gute Anlageidee?

Ist das Christian Lindner-Portfolio mit 3 ETFs aus dem ARD-Sommerinterview nun eine gute Anlageidee oder nicht?

In punkto Kosten überzeugt das Portfolio und auch die Verteilung der Aktiensektoren ist okay. Das war es aber auch schon.

Das Portfolio zeigt sehr schön, dass mehr ETFs im Portfolio nicht zwangsläufig mehr Diversifikation bedeuten müssen.

Die Ländergewichtung ist wirklich nicht in Ordnung und Christian Lindner verzichtet sogar fast ganz auf China.

Anders ausgedrückt: Manchmal ist es für die Diversifikation besser, ETFs nicht zu mischen, als sie schlecht zu mischen.

Einen ETF auf den Dow Jones Industrial Average oder den DAX als Beimischung braucht es meiner Meinung nach in keinem Portfolio.

Dann doch lieber einen soliden All-Rounder alleine wie den iShares Core MSCI World UCITS ETF oder sogar besser noch den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF.

Okay. Mann sollte das jetzt auch nicht so hoch hängen. Es handelt sich um einen Schnellschuß aus der Hüfte und immerhin wurde der Begriff ETF jetzt überhaupt mal von einem Politiker genannt.

Leute, die Christian Lindner wählen möchten, tun es vermutlich nicht, weil Sie sich von ihm gute Anlagetipps erhoffen und besser als ein Sparbuch ist diese Lösung mit 3 ETFs – richtige Risikotragfähigkeit vorausgesetzt – allemal.

Christian Lindner-Portfolio: 3 ETFs sind (k)eine gute Anlageidee? 3Christian Lindner-Portfolio: 3 ETFs sind (k)eine gute Anlageidee? 4 Werbung

Dennoch ist für mich das Image von Christian Lindner als jemand, der über hohe wirtschaftliche Kompetenz verfügen soll, damit ein Stück weit angekratzt.

Bei der Wahl seiner Geldanlage hoffe ich zumindest, dass er sich da doch lieber kompetent beraten lässt.

Wie siehst Du das? Hoffentlich habe ich mit dem Artikel jetzt keine Christian Lindner-Fans verschreckt…

Alternatives 3-ETF-Portfolio

Okay. Meckern kann jeder, aber mach’ es doch erst einmal besser. In welche 3 ETFs würdest Du denn 10.000 Euro investieren?

Klar. Wenn ich 10.000€ auf ein Aktien-Portfolio mit 3 ETFs verteilen müsste, fiele meine Wahl der ETFs auf diese Indexe: MSCI World / FTSE Developed World, MSCI Emerging Markets / FTSE Emerging Markets und MSCI World Small Cap.

Wie würde das rein praktisch aussehen?

Bleiben wir der Einfachheit halber nun bei iShares-ETFs, auch wenn ich da wohl persönlich Vanguard-ETFs bevorzugen würde.

10.000€ verteilt auf 3 Index-ETFs würden bei mir so aussehen:

iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) – IE00B4L5Y98333,33% / 3333,33€
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) – IE00BKM4GZ6633,33% / 3333,33€
iShares MSCI World Small CAP UCITS ETF (Acc) – IE00BF4RFH3133,33% / 3333,33€

Damit erhältst Du dann ein komplett überschneidungsfreies Portfolio aus knapp 8.000 Aktienwerten, die weltweit gut gestreut sind.

Amerika macht mit 47% immer noch den größten Anteil aus, gefolgt von Europa mit gut 18% und Asien mit knapp 35%.

Die Aktiensektoren sind im Rahmen des Üblichen, aber der Aktienstil ist deutlich ausgeglichener und verteilt sich viel stärker auch über die Small und Mid Caps.

Die 10 größten Einzelpositionen liegen zwischen 1,87% und 0,46% und verteilen sich vorwiegend auf chinesische und US-amerikanische Unternehmen wie Taiwan Semiconductor, Tencent, Alibaba, Apple, Microsoft, Samsung (Südkorea), Amazon, Facebook, Meituan und Google.

Mit diesem Portfolio würde ich mich deutlich wohler fühlen als mit dem Christian Lindner-Portfolio.

Wer mich kennt, weiß natürlich auch, dass ich sehr gerne in Small Cap Value-Werte investiere.

Daher würde ich den World Small Cap vielleicht gegen den SPDR MSCI USA Small Cap Weighted UCITS ETF tauschen.

Der USA-Anteil ist dann zwar höher, doch es bleibt vertretbar. Da der ETF im Segment Small Caps mit Value-Gewichtung beheimatet ist, gibt es keine Überschneidungen mit dem MSCI World.

Natürlich halte ich es wie Christian Lindner: ich bin kein Anlageberater und die 3 genannten ETFs sind nur Ideen und meine persönliche Meinung.

Wie findest Du das Christian Lindner-Portfolio mit 3 ETFs aus dem ARD-Sommerinterview. Ist es eine gute Anlageidee? Hast Du eine Frage oder etwas einen Fehler gefunden, den ich dringend beseitigen sollte? Das kommt schon einmal vor und dann melde Dich bitte. Auf Deine Fragen, Kommentare und Anregungen freue ich mich bereits! Hinterlasse doch gerne eine kurze Nachricht.

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17 Antworten zu “Christian Lindner-Portfolio: 3 ETFs sind (k)eine gute Anlageidee?”

  1. Am Ende hast du ja beinahe mein Portfolio gezeigt:

    50 % iShares Core MSCI World
    20 % iShares MSCI World Small Cap
    30 % iShares Core MSCI Emerging Markets IMI

    Mehr als 20% in die World Smalls Caps würde ich nicht machen. Zusammen mit den Small Caps im EM IMI sind sie anständig übergewichtet, aber mehr würde ich da nicht machen.

    Zum Thema Lindner: Es gibt ein offizielles FDP-Video aus der jüngeren Zeit, in dem Lindner mit den Worten anhebt: “Jeder weiß: Die Zinsen bei Aktien sind höher als die Zinsen auf dem Sparkonto.” (o.ä.) Zinsen bei Aktien – so viel zur Wirtschaftskompetenz der FDP.

    1. Hi, ja, das Portfolio aus Deinem Buch ist bei mir auch zufällig das Portfolio, dass ich im Prinzip für gut befinde. Auch deshalb gefiel mir Dein Buch ja sehr gut. Tatsächlich mag ich aber die Gewichtung so, auch wenn es dadurch volatiler ist. Gäbe es noch einen World Small Cap Value-ETF, würde ich den ebenfalls beimischen.

      Der mit den Zinsen ist gut. Kannte ich gar nicht…

      1. Danke, danke!

        Übrigens: Lese gerade die neue Auflage von Kommers “Kaufen oder mieten?”, das in den nächsten Tagen erscheint (Rezi-Exemplar). Dein Blog wird neben nur wenigen anderen als Empfehlung genannt, nicht nur hinten im kleingedruckten Anhang, sondern auch prominent und fett gedruckt im Buchfließtext selbst.

  2. “Leider hat Christian Lindner im Interview nicht erwähnt, wie die ETFs gewichtet werden sollten. Daher gehe ich jetzt einfach von einer Gleichgewichtung aus.”

    ich weiß nicht. Ich würde das eher als Core-Satellite-Strategie verstehen (also nur je 10-20% DAX und DJIA). Und wenn man den DJIA gegen einen NASDAQ100 ETF austauscht vielleicht nicht mal die blödeste. Klar ein All-World oder ACWI als Core wäre die bessere Wahl, aber das “große, sichere” Geld wird doch im World verdient. Und wie du schon sagst, eine Übergewichtung DAX ist als deutscher Politiker der irgendwas über Aktien erzählt wohl Pflicht.

    Ansonsten habe ich ein ähnliches Portfolio wie AlexJ. 55% World, 20% EM IMI und 25% World Smallcaps. (allerdings nicht alle von iShares). Durch die Aufteilung gewichte ich EM und Smallcaps ziemlich genau doppelt so hoch gegenüber ihrer Marktkapitalisierung.

    Wenn ich jedoch eine “Anlageempfehlung” abgeben sollte, würde ich heute All-in auf ESG Global All-Cap sagen. Nur eine Zeile, extreme Streuung, niedrige Kosten.

    1. Interessante Überlegungen. In der Tat: Der neue Vanguard ist spannend, vermutlich schon jetzt der ETF mit den meisten Einzelwerten. Allerdings ist der mir noch zu jung und zu klein. Aber in einigen Jahren, wer weiß?

      Für eine Zeile finde ich den Vanguard FTSE All-World thesaurierend derzeit am besten. Aber ich bin mit meinem 3-ETF-Portfolio sehr zufrieden. Du setzt etwas mehr auf Smalls Caps als ich und dafür weniger auf die Schwellenländer. Joar, da bin ich agnostisch. Ich hatte anfangs auch mal 55 % World, habe es aber auf 50 % reduziert, damit die Verteilung hübscher aussieht und ich alles leichter im Kopf rechnen kann beim Rebalancing 😉

      Viel Erfolg damit weiterhin!

    2. Den Vanguard ESG Global All Caps UCITS ETF habe ich auch in unser Portfolio eingebaut und er macht dort jetzt mit 35% den größten Anteil aus. Wir hatten gerade einen großen Einmalbetrag anzulegen und da bot sich das an. Der All-World-ETF bleibt natürlich weiter im Portfolio, die Position baue ich aber nicht mehr weiter aus. Er steht ja auch wunderbar für sich. Das Ganze wird von ein paar weiteren ETFs mit der Fokussierung auf Small Caps, Small Cap Value, Large Cap Value, REITS, EM und EM Bonds flankiert.

      Für mich ist der Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF auch die erste Wahl für ein Ein-ETF-Portfolio. Über Alter und Größe mache ich mir keine Gedanken. Erstens, haben ausschüttende und thesaurierende Variante zusammen bereits knapp 120 Millionen eingesammelt. Zweitens, ist das ja ein neuer Standard-ETF, den Vanguard ganz sicher nicht schließen wird. So etwas geschieht bei Vanguard wohl nur, wenn ein ETF nicht erfolgreich ist und er – wie bei den Faktoren-ETFs – nicht wirklich der Vanguard-Philosophie entspricht. Beides ist hier ja nicht gegeben.

      Zur Gleichgewichtung der 3 ETFs des Christian Lindner-Portfolio aus dem ARD Sommerinterview: von irgendetwas musste ich für den Artikel ausgehen und da er nichts weiter gesagt hat, konnte ich schlecht eine hypothetische Alternativgewichtung vornehmen. Eine Core-Satellite-Strategie wäre eine weitere Möglichkeit und sicher etwas besser. Aber egal wie man es dreht, lässt er die EM (und damit auch China) ja komplett außen vor.

      1. @AlexJ
        “Allerdings ist der mir noch zu jung und zu klein. Aber in einigen Jahren, wer weiß?”

        naja, wir reden hier über das neue ESG Flaggschiff von Vanguard..Finanztipp empfiehlt den FTSE All-World nicht, weil der deutsche Track Record noch zu kurz ist. Aber mal im Ernst, wir reden hier über breit gestreute Produkte einer der größten KAG der Welt. Und die “magische” 100 Mio Grenze ist selbst nach derart kurzer Zeit schon erreicht.

        Und mein Rebalancing errechnet mir Excel quartalsweise auf meine Sparraten. Da ist egal, wie krumm die Zahlen sind (da kommen auch noch 12% risikoarmer Anteil hinzu), am Ende wird meine neue Sparsumme auf 5€ gerundet 🙂

        @Rolf
        klar musstest du irgendwas annehmen, sollte auch keine Kritik sein, sondern meine Interpretation des Portfolios.
        Und in wie weit werden die EM denn wirklich außen vor gelassen? TSMC, Samsung, Tencent und Alibaba nicht drin zu haben ist tatsächlich ärgerlich für ein globales Portfolio. Die letzten beiden auch nur, weil sie in China so eine dominierende Rolle spielen. Aber Geschäfte machen die großen Dev. World Player ja auch alle in den EM. Klar, dadurch, dass es den All-World auch in D zu kaufen gibt, gibt es eigentlich keine Ausreden diesen nicht zu nennen, aber ob man jemandem “Fehlberatung” unterstellen kann, weil er einen World und keinen ACWI/All-World empfiehlt, ich weiß nicht 🙂

        PS: das soll kein “in Schutz nehmen” von Herrn Lindner sein

        1. Klar. Fehlberatung habe ich es daher ja auch nicht genannt und darauf hingewiesen, dass der MSCI World alleine an und für sich okay gewesen wäre. Die Beimischungen an ETFs braucht es halt nicht. Sie bieten einfach keinen Mehrwert für die Anleger und es gäbe doch wirklich sinnvollere Beimischungen.

          Wenn jemand explizit 3 ETFs nennt erwartet man halt einfach ein gut durchdachtes Portfolio und nicht so eine seltsame Kombination. Im Prinzip freue ich mich ja, dass überhaupt mal ETFs genannt werden. Der mögliche Schmäh mit “Lieber gar nicht diversifizieren als schlecht diversifizieren.” war aber letztlich zu verlockend, um keinen Artikel zu schreiben…

  3. Erstmal Danke für den Artikel. Ich bin auch kein Anlageberater aber meiner Mei-nung nach kommt es auf die Gewichtung an und ich glaube nicht, dass der Herr Lindner meint alle ETFs gleich zu besparen. Zudem bekommt er ja jeden Monat seine gesicherte Vergütung weshalb er keine Anleihen oder Bargeld im Portfolio benötigt. Wenn er dies doch hinzufügt und die Allocation 50% MSCI World, 20% Dow Jones und 5% DAX mit 25% Anleihen/Bargeld gewichtet sieht die Welt doch anders aus. Bezüglich der Emerging Markets gibt es auch unterschiedliche Auffassungen so sind viele Anleger gerade in Nordamerika der Meinung das die großen Konzerne aus dem SP500 auch mit Niederlassungen in den Emerging Market’s vertreten sind und man diese nicht benötigt. Auch im Vanguard All World sind die EM mit max 15% vertreten.
    Bezüglich dem DAX musste ich mich auch einen besseren belehren lassen und zwar als ich die Performance gegenüber den SP500 bei Visual Capitalist gesehen habe.
    https://www.visualcapitalist.com/worlds-major-stock-markets-same-scale-1990-2019/
    Sicherlich ist der MDAX die bessere Wahl gewesen wie bisher aber nachdem der DAX auf 40 Titel erweitert wird würde ich dann jetzt doch den Vanguard German All Cap wählen.
    Last but not least noch zu dem Kommentar “die USA übergewichtet”. Anfänglich habe ich das auch so gesehen doch auch hier sagen die Zahlen etwas anderes aus – wer eine hohe Performance haben möchte sollte da schon auf mindestens 50% US Anteil setzen da die USA den International Market immer outperformed haben.
    https://www.investmentsillustrated.com/img/pdf_previews/BP_website-preview_2021_generic_us-en.jpg
    Also unterm Strich würden 2 ETFs langen der Vanguard All World (55% USA, 15%EM und 30% der Rest der Welt) und ein Global Aggregate und die Gewichtung halt je nach dem eigenen Risiko z.B. 75% / 25%.

    Trotzdem bitte mehr davon! Nur durch Austausch kommt man weiter.
    Viele Grüße
    Finanziell Blind

    1. Hallo, ich sage ja auch, dass ich nicht weiß, welche Gewichtung er anlegt, da er es nicht erwähnt. Für die Betrachtung bin ich – da eben nicht erwähnt – von einer Gleichgewichtung ausgegangen. Klar. Emerging Markets könnte man theoretisch auch weglassen. Kein Problem, auch wenn ich es bevorzuge, wenn sie dabei sind. Der Punkt ist aber, dass durch die Beimischung der zwei zusätzlichen ETFs kein Nutzen in punkto Diversifikation erfolgt.

      Mir ist außerdem bewusst, dass der DAX keine so schlechte Performance hatte, wobei man immer aufpassen muss, was verglichen wird: Price Return Index vs Total Return Index? Wurde hier der Total Return Index für beide angelegt? Wurden die Währungen sauber berücksichtigt. Vielleicht, aber es steht nicht dabei…

      In jedem Fall gilt hier: das Risiko bei einem DAX-ETF ist ungleich höher als bei einem MSCI World-Index und das bei vergleichbarer zu erwartender Rendite. Es gibt wenig Sinn, diesen beizumischen.

      Zum Thema USA übergewichten. Da gilt: in der (näheren) Vergangenheit war das richtig. Für die Zukunft kann das keiner prognostizieren. Hier bietet ein weltweites Portfolio wieder eine vermutlich vergleichbare Rendite bei niedrigerem Risiko.

      Genau: Vanguard All-World oder aber auch Vanguard ESG Global All Cap wären die sinnvollere Variante für den Aktienanteil. Da stimme ich voll zu. Die beiden zugemischten ETFs bringen keinen erwartbaren Mehrwert.

      Viele Grüße
      Rolf

      1. Hallo Rolf,
        Sag ich doch – ich find’s gut wenn Du es zur Diskussion stellst :o)
        Auch bei den anderen Punkten gebe ich Dir Recht. Nur gibt es nun auch den bekannten “Home-Bias” und wenn man als Anleger den DAX verfolgt kann man den ja auch beimischen. Nur sollte er eben – meiner Meinung nach- wie auch generell bei Sectorenwetten (Green Energy, Gaming, Disruptive Tech etc.) in der Gesamtheit max. 5% betragen. Die Masse sollte selbstverständlich durch einen weltweit diversifizierten ETF abgedeckt sein.

        Viele Grüße
        Finanziell Blind

    2. @FinBli
      der Visualcapitalist (Jeff Desjardins, als Amerikaner) hat keine Ahnung vom DAX (nahm den Performance-Index, MIT Dividenden) bzw hat den falschen DAX-Index ausgesucht (er haette den Kursindex nehmen muessen) deshalb macht sein Vergleich genau NULL Sinn (die anderen sind alles Kursindices OHNE Dividenden). Ausserdem macht aus Anlegersicht der Vergleich in derselben (Anleger)Waehrung Sinn, nicht ueber versch. Waehrungen hinweg (es nuetzt dir wenig, wenn ein Index in die Hoehe geht, aber gleichzeitig die Index-Waehrung schwaecher wird: guck mal Venezuela/Tuerkei).

      Generell ist es immer sinnvoller Fonds/ETF-Renditen (in der gleichen Waehrung – fuer uns in EUR, incl. Kosten, Quellensteuern beruecksichtigt) zu vergleichen (falls moeglich) nicht Laender-Indices! Da passieren weniger Fehler und es bestehen weniger “Gestaltungsmoeglichkeiten” fuer den Vergleicher.

      Hier der Vergleich eines der aeltesten dtsch. Large-Cap Fonds mit einem der aeltesten (in D vertriebenen) US-Large-Cap Fonds:
      fondsweb.com/de/DE0008471012 FONDAK (dtsch LargeCaps) 26.11.90 – 13.12.19 aus 1.000€ wurden 8.144€ 7,5%p.a.
      fondsweb.com/de/LU0053666078 JPMorgan Funds America Equity Fund A 26.11.90 – 13.12.19 aus 1.000€ wurden 20.426€ 10,95%p.a.
      Keine weiteren Fragen, oder?

      Die laengste gemeinsame ETF-Strecke ergibt sich mit iShares Core DAX UCITS ETF (DE) ISIN DE0005933931 und iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Dist) ISIN IE0031442068, siehe fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE0005933931,IE0031442068
      Alleine im Zeitraum Mrz 2002 (Auflagedatum vom S&P500 iShares) bis heute lief der DAX 176% aber der S&P500 278% (also 100%Punkte insgesamt besser oder >4%p.a. besser).
      D.h. aus Anlegersicht war der DAX stets eine Schnecke gewesen verglichen mit dem S&P500.

      Woher ruehren die grossen Unterschiede?
      – zuviele Zykliker, weniger HighTech im DAX,
      – hoehere Steuern/Abgaben/Regulierungen in D druecken die Unternehmensgewinne?
      – hoeheres polit. Risiko schreckt Anleger ab (EUdssr?)
      – deshalb (auch zukuenftig?) Bewertungsabschlag gegenueber S&P500?

      LG Joerg

      1. Hallo Jörg,
        Ja Wahnsinn! Hätte ich nicht gedacht – Danke für die umfangreiche Erläuterung.
        Ich bin weder in DAX noch MDax investiert doch wenn dann war der MDAX in der Vergangenheit die bessere Wahl:
        “Stand Januar 2017 zeigte sich für den DAX / MDAX folgende Entwicklung: Seit Ende 1987 legte der MDAX im Durchschnitt um 11,3 Prozent pro Jahr zu, beim DAX sind es „nur“ 8,8 Prozent.”
        https://alleantworten.de/was-ist-der-unterschied-zwischen-dax-und-mdax

        Persönlich setze ich auf den SP500 so dass bei mir Nordamerika absichtlich übergewichtet ist. Aber jeder wie er mag, Hauptsache man investiert und ob es richtig oder falsch war wird ja sowieso erst die Zukunft zeigen.

        Danke für den Austausch und viele Grüße
        Finanziell Blind

  4. Ich würde gerne nachhaltig anlegen und kostengünstig über ETFs.

    Dabei sind mir die Paris Aligned Klima ETFs aufgefallen, die es zum Beispiel von Franklin Templeton für bereits 0,07% p.a. gibt und kostenfrei über Discountbroker erworben werden können.

    https://www.franklintempleton.de/institutionelle/anlagemoglichkeiten/investmentthemen/paris-aligned-klima-etfs

    https://www.franklintempleton.de/institutionelle/produkte/etf/fondsuebersicht/29819/franklin-sp-500-paris-aligned-climate-ucits-etf

    Hat jemand von Euch Erfahrungswerte mit denen?

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