100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten

Ist das 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten geeignet, um der dank Corona rauhen See am Aktienmarkt zu trotzen?

Come on, ETF-Yogi. Du schon wieder. Ein 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten ist schon starker Tobak. Und wie kommst Du eigentlich dazu, heute nichts über Corona zu schreiben?

Darfst Du das als Finanzblogger überhaupt? Ist es zurzeit nicht vorgeschrieben, nur noch über Corona zu schreiben? Gefühlt dreht sich doch aktuell jeder Artikel um den Corona-Crash und dessen Auswirkungen…

Keine Sorge. Ich schreibe bestimmt bald wieder über Corona. Wenn das so weiter geht, bleibt mir ja nichts anderes übrig. Da es aktuell so viele günstige Kaufgelegenheiten gibt, dachte ich aber, ein schönes Portfolio vorzustellen, wäre auch nicht schlecht.

Zugegeben. Das klingt etwas unglaublich. Eine geschickte Kombination von ETFs macht es jedoch möglich, dass Du ganz leicht in ein Portfolio mit 12.000 Einzelwerten investieren kannst.

Das ist gerade in Zeiten von Corona nicht zu unterschätzen. Mit dem Portfolio musst Du Dir wirklich keine Sorgen machen, was ein einzelner Posten in Deinem Depot veranstaltet.

Verstanden. Aber das muss doch dann ziemlich teuer sein. So etwas lohnt sich doch sicher nur für Wohlhabende oder institutionelle Anleger? Da brauchst Du doch gewiss einige ETFs dazu.

Definiere viel? In dem Portfolio, das ich Dir heute vorstelle, brauchst Du gerade einmal 4 ETFs. Mehr ist es nicht. Cool, oder?

Aha. Aber wie soll das dann mit 100€ monatlich funktionieren? Ich dachte, bei 100€ darf ich nicht mehr als 1 ETF besparen. Da sind doch allein die Kaufkosten schon enorm…

Äh. Wer sagt, dass Du bei 100€ nur einen ETF besparen darfst? Okay. Es gibt im Netz genug die das behaupten. Ich sehe das aber ein bisschen anders. Es kommt darauf an. Um Mal die möglichen Gegenargumente auszuräumen:

Erstens, Du darfst prinzipiell alles und entscheidest selbst, denn es ist Dein Geld. Zweitens, der Mehraufwand hält sich auch in Grenzen. Drittens, die Kosten sind bei dem 100€-monatlich-Portfolio mit 4 ETFs nicht höher, als wenn Du einen, zwei oder drei ETFs verwendest.

Viele dieser Ratschläge stammen gefühlt noch aus einer Zeit, als die Kaufkosten von ETFs hoch waren. Bei prozentualen Kaufkosten oder dauerhaften Gratissparplanausführungen sind die Anschaffungskosten aber völlig unerheblich.

Es kommt darauf an, was Du vorhast. Willst du Dein Portfolio jetzt starten und es über einen langen Zeitraum ausbauen? Warum nicht bereits jetzt mit dem Portfolio anfangen, dass Du Dir langfristig vorstellst.

Ist Dein Anlagezeitraum sehr lang und über 25-30 Jahre? Auch dann spricht für mich nichts dagegen, ein solches Portfolio aufzubauen, solange die Kosten im Rahmen bleiben.

Wenn Du dazu denn exorbitanten Mehraufwand von 5 Minuten pro Jahr fürs Rebalancing nicht scheust, sehe ich da echt keinen Hinderungsgrund. Viele haben 100 Aktien im Portfolio. Dagegen sind 4 ETFs doch Peanuts.

Vielleicht hast Du da ja doch einen Punkt, ETF-Yogi. Na gut. Dann leg Mal los. Ich bin gespannt. Wie kann ich jetzt während der Corona-Krise entspannt in den Markt einsteigen, ohne mir Sorgen machen zu müssen?

Suche nicht die Nadel, sondern kaufe einfach den Heuhaufen

Ein Portfolio mit 12.000 Einzelwerten klingt immer sehr verlockend, vor allem wenn Du an Jack Bogles bekannten Ratschlag denkst: Suche nicht die Nadel, sondern kaufe einfach den Heuhaufen.

Wer langfristig investiert – Corona hin oder her – ist in der Regel besser daran, nicht auf Stock Picking zu setzen. Einfach breit in den Aktien- und Anleihenmarkt investieren und gut ist.

Eine Aktie hat ein gewisses Risiko und kann floppen, gerade zurzeit. Der Markt als Ganzes wird sich bestimmt wieder normalisieren, sobald Corona durch ist, aber geht dann auch automatisch jede Aktie wieder hoch? Schließlich kann es auch zu Pleiten kommen.

In meinem Depot habe ich noch so ein persönliches Mahnmal mit aktuell 97% Verlust. Dagegen lebt es sich bei einem Portfolio mit 12.000 Einzelwerten verteilt über 4 ETFs doch vergleichsweise entspannt.

Du musst nichts tun – im Gegenteil, Du solltest sogar nichts tun -, sondern machst die Marktbewegungen einfach mit. Geht es nach unten, wie aktuell, kannst Du Dir ziemlich sicher sein, dass es irgendwann auch Mal wieder dreht. Du brauchst nur eins: Zeit.

Das Portfolio, dass ich Dir heute vorstellen möchte, setzt die Heuhaufen-statt-Nadel-Taktik sehr gut um. Viel breiter kannst Du nicht aufgestellt sein. Und das Beste: das geht bei den Kaufkosten quasi kostenlos mit sehr günstigen ETFs.

Das 100€-monatlich-Portfolio mit über 12.000 Einzelwerten

Doch genug gequatscht. Du bist sicher gespannt, was Dich erwartet. Hier das 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten:

NameTER/TDGewichtungAusschüttungReplikationVolumen (Mio.=Positionen
iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc)0,20% / 0,08%25%NeinPhysisch optimiert20.2571.636
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc)0,18% / 0,13% 25%NeinPhysisch optimiert12.6172.710
iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF (Acc)0,35% / 0,46% 25%Nein Physisch optimiert8543.240
iShares Core Global Aggregate Bond EUR Hedged (Acc)0,1 / –25%NeinPhysisch optimiert4695.159

Du hast hier also einen MSCI World, der die großen und mittelgroßen Unternehmen weltweit abdeckt. Dazu gesellt sich dann zunächst ein ETF auf Schwellenländer.

Der MSCI EM IMI-ETF enthält neben den großen und mittelgroßen Unternehmen in geringen Umfang auch kleine Unternehmen. Das macht praktisch jedoch kaum einen Unterschied und Du könntest genauso gut einen normalen Schwellenländer-ETF nehmen.

Für ausreichend Nebenwerte der entwickelten Länder sorgt aber der ETF auf den MSCI World Small Cap-Index. Was die Aktienwerte betrifft, wäre es das dann auch schon. Wenn Du auf Anleihen verzichten möchtest, brauchst Du nur diese drei ETFs.

Hier im Beispiel-Portfolio habe ich noch einen breiten Anleihen-ETF beigefügt. Darin findest Du Staatsanleihen, regierungsnahe Anleihen, Unternehmensanleihen und verbriefte Anleihen mit Investment-Grade-Rating.

Auch wenn ich generell komplexe Portfolios mag, würde ich es bei der Gewichtung ganz einfach halten. Es muss ja nicht kompliziert sein, als notwendig. Daher würde ich alle ETFs mit jeweils 25% gleich gewichten.

Sind 25% Small Caps nicht etwas viel? Okay. Small Caps sind volatil. Das heißt, sie schwanken stark. Keine Frage. Doch das ist bei einem Sparplan ja sehr schön. So bekommst Du immer wieder eine Gelegenheit, günstig nachzukaufen. Aktuell haben sie auch etwas stärker nachgegeben, als Large Caps.

Das Positive: historisch – und damit meine ich jetzt nicht nur die letzten 10 Jahre – entwickeln sich Small Caps auch recht dynamisch nach oben und verhalten sich nicht immer genauso wie die Large und Mid Caps im MSCI World.

Außerdem hat das Portfolio ja einen Anleihenanteil von 25%. Das gibt ohnehin zusätzlich Stabilitiät. Für einen kleinen Puffer wären beim Corona-Crash wohl viele dankbar.

Dadurch ergänzen sich die ETFs für mich sehr gut. Und Rebalancing ist bei diesem Portfolio – wie sonst aber auch – definitiv Pflicht. Einmal pro Jahr würde ich versuchen, das ursprüngliche Verhältnis von 25% pro ETF wieder herzustellen.

Günstig ist das Portfolio darüber hinaus auch. Die TER beträgt bei Gleichgewichtung gut 0,2% pro Jahr. Die laufenden Kosten sind also gering.

Anleihen? Muss das sein?

Du kannst den Anleihenanteil natürlich einfach erhöhen, senken oder streichen. Ganz, wie es dir gefällt. Passe das 100€-monatlich-Portfolio mit über 12.000 Einzelwerten einfach Deiner eigenen Risikoneigung an.

Gerade in den ersten Jahren kann es durchaus sinnvoll sein, zunächst ganz auf Anleihen zu verzichten. Zurzeit siehst Du in den Foren aber sehr viele, die über die starken Kursrückgänge jammern.

Dank 10 Jahren mit vorwiegend steigenden Kursen haben viel zu viele Anleger auf eine Schönwetter-Strategie gesetzt. Das könnte sich jetzt rächen, wenn die Nerven nicht mitspielen.

Anleihen im Portfolio geben dem Ganzen einfach etwas mehr Stabilität und Ruhe. Zwischen 0 und 90% bin ich persönlich für alles offen. 90% Anleihen wären mir zwar zu viel, aber manche werden eben schon bei 10% Aktienanteil im Portfolio unruhig.

Gibt es das 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten auch in einer ausschüttenden Version? Leider nein. denn einen ausschüttenden MSCI World Small Cap-ETF gibt es derzeit noch nicht.

Du müsstest Dir dann für die Small Caps mit ETFs auf Regionen, wie US Small Caps oder Europe Small Caps, behelfen. Damit gewichtest Du dann die USA entweder stark über oder unter. Beides ist nicht ganz ideal.

Das 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten im Morningstar X-Ray

Im Morningstar X-Ray zeigen sich bei den Einzelwerten in 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten erwartungsgemäß keine Überschneidungen. So war’s auch gedacht. Du investierst mit den 100€ also tatsächlich direkt in ca. 12.745 Aktienwerte.

Diese sind auch ziemlich ausgewogen über Value-, Blend- und Growth- Werte verteilt. Große Unternehmen, bzw. Large Caps, machen etwas über 53% des Portfolios aus, Mid Caps etwa 26% und Small Caps knapp 19%. Der Rest ist nicht klassifiziert bzw. Micro Caps.

Bei den Regionen dominiert, wie fast überall zurzeit, Amerika. Mit etwa 46,5% ist der Anteil aber deutlich geringer als beim MSCI World. Asien folgt mit knapp 34,5% und Europa kommt immerhin auf etwa 19%.

Wie lässt sich das Portfolio praktisch umsetzen

Jetzt kommt der Clou. iShares-ETFs kannst Du bei Trade Republic kostenlos im Sparplan kaufen. Die Mindestsparrate pro ETF beträgt dabei 25€. Dieses Portfolio ist bei Trade Republic also ab einer Sparrate von 100€ monatlich dauerhaft kostenlos besparbar.

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Dazu müsstest Du einfach ein Depot bei Trade Republic eröffnen (z.B. über den obigen Link) und die App auf Deinem Handy installieren. Ich verwende Trade Republic seit etwa einem Jahr selbst und bin mit den Sparplänen äußerst zufrieden.

Vom Service würde ich bei den Preisen nicht allzu viel erwarten und ob die App während stürmischer Börsenzeiten durchgängig erreichbar ist, muss sich noch zeigen.

Als eingefleischter Buy and Hold-Anleger stört mich das aber herzlich wenig. Bei mir wird nicht verkauft. Zumindest nicht während den nächsten 20+ Jahren.

Die Einrichtung eines Sparplans geht ganz einfach. Nachdem Du den gewünschten ETF in der Suchmaske gefunden hast, musst Du nur den Reiter “Sparplan erstellen” auswählen und festlegen, ob Du den ETF zweiwöchentlich, monatlich oder quartalsweise besparen möchtest und mit welcher Summer.

Da Du bei Trade Republic die Sparraten beliebig hoch und runter setzen kannst bzw. Einmalkäufe jederzeit für 1€ möglich sind, dürften sich auch die Rebalancing-Kosten im Rahmen halten.

Aber auch bei DKB, ING und 1822 direkt sind, meines Wissens, aktuell alle ETFs sparplanfähig.

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Lässt Du den Anleihen-ETF weg, dann bietet sich auch der neue günstige Discount-Broker Smartbroker oder aber auch flatex an. Bei Letzterem musst natürlich mittlerweile Depotgebühren von 0,1% in Kauf nehmen.

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Fazit – Das 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten und Corona

Aha. Nun wird also doch noch über Corona gesprochen? Na ja, zurzeit geht es ja kaum ohne. Zunächst ist mir aber wichtig: beim 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten kriegst Du bereits für wenig Geld bei geringen Kosten ein weltweit hoch diversifiziertes Portfolio. Punkt.

Gerade in einer Situation wie der aktuellen mit Corona-Krise und Ölpreiskampf sollte das eine gewisse Zuversicht geben. Natürlich macht das Portfolio das Auf- und Ab an den Börsen mit.

Das 100€-monatlich-Portfolio mit 12.000 Einzelwerten - ein gutes Portfolio, um der dank Corona rauhen See am Aktienmarkt zu trotzen?

Auch ein großer Tanker oder ein Kreuzfahrtschiff gerät bei Sturm ganz schön in Bewegung. Sie kommen mit hohen Wellen aber besser zurecht als eine kleine Jolle. Genauso sollte das 100€-monatlich-Portfolio die Pleiten einzelner Unternehmen langfristig besser wegstecken.

Zeiten, in denen Privatanleger mit Hilfe von Bankmitarbeitern nur mit hohen Ausgabeaufschlägen in überteuerte Fonds investieren konnten, sind zum Glück vorbei. Heute reicht ein Handy, um sein Geld breit wie die Großen über Länder und Anlageklassen streuen zu können.

Das kann Du sehr wohl als Demokratisierung der Geldanlage bezeichnen. Wie bei der politischen Wahl, kommt es dann aber darauf an, dass Du Dich aufraffst und mitmachst.

Gründe, die dagegen sprechen gibt es viele: bis vor wenige Wochen hieß es noch: aktuell sind die Kurse zu hoch. Dank Corona heißt es nun oft: jetzt nicht, denn niemand weiß, bis wohin die Kurse noch fallen werden.

Von all diesem Lärm darfst Du Dich nicht beeindrucken lassen. Überlege Dir, was Du willst, stell einen Plan auf und ziehe es dann durch. Vielleicht kann Dir dieses Portfolio ja für Deine Überlegungen als Inspiration dienen. In jedem Fall wünsche ich Dir viel Erfolg!

Auf Deine Kommentare und Anregungen freue ich mich bereits! Hinterlasse doch gerne eine kurze Nachricht und sag mir, was Du von dem Artikel hältst. Neben Lob und freundlichen Worten sind kritische Anmerkungen ebenfalls willkommen. Sie helfen mir dabei, den Artikel zu verbessern.

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