ETF-Anfänger: Mit Einsteiger-ETFs und BED-Ansatz starten

ETF-Anfänger können mit Einsteiger-ETFs leicht durchstarten. Hier hilft der BED-Ansatz: billig, einfach und diversifiziert.

ETF-Anfänger stehen am Anfang einer Flut von Informationen gegenüber. Verglichen mit Einzelaktien hält es sich zwar in Grenzen, doch es gibt trotzdem viele Begriffe und vor allem auch reichlich Ratschläge von allen Seiten. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten.

Finanzbildung. Klar. Muss sein. Doch wie viel Finanzbildung muss denn sein? Reden wir von einem Buch (dem richtigen* natürlich), einer Woche Online-Kurs (für viel Geld), dass Du alle meine Artikel liest (ja, wirklich alle natürlich) oder musst Du erst BWL studieren?

Kannst Du nicht schon Mal so starten und Dich dann quasi unterwegs einlesen? Ich finde schon…

Da stellt sich dann aber trotzdem die Frage, mit welchen ETFs Du starten solltest. Welche Einsteiger-ETFs gibt es? Online-Magazine, Ratgeber, aber vor allem Berater, schlagen oft recht komplexe Musterportfolios vor.

Doch muss es als ETF-Anfänger wirklich so kompliziert sein? Wenn Du mich fragst: Nein. Gerade am Anfang ist das unnötig. Billig, einfach und diversifiziert langt erst einmal völlig.

BED: Billig, Einfach, und Diversifiziert – Ideal für ETF-Anfänger?

In diesem Artikel möchte ich Dir daher meinen BED-Ansatz für die Geldanlage mit ETFs vorstellen: Billig, Einfach und Diversifiziert. Es sind ein paar simple Prinzipien, die, meiner Meinung nach, für den Anfang als Orientierung völlig ausreichen.

Natürlich ist das jetzt keine Kaufempfehlung, sondern einfach nur meine Meinung. So würde ich es machen, wenn ich noch einmal mit ETFs starten würde.

Als ETF-Anfänger wollte ich mich selbst auch nicht gleich mit komplexen Ideen herumschlagen. Einfach mit einem Sparplan anfangen lautete die Devise. Und da boten sich ein paar ETFs als Einsteiger-ETFs an.

Ein ETF-Einstiegsportfolio soll, meiner Meinung nach, zunächst einmal billig, einfach und trotzdem gut diversifiziert sein. Natürlich solltest Du das Ganze später auch noch ausbauen können.

Doch Moment Einmal. Sollte ein ETF-Anfänger nicht auf Sicherheit achten? Musst Du nicht erst verstehen was Du tust, bevor Du Dein Geld investierst? Die Börse ist doch gefährlich, oder?

Jain. Es kommt darauf an. Wenn Du gleich am Anfang eine große Summe auf einmal investieren möchtest, ist das etwas anderes. Dann solltest Du Dir von Anfang an sehr konkrete Gedanken über Deine Strategie machen.

Beginnst Du aber den Vermögensaufbau mit kleineren Summen mit einem Sparplan, würde ich das sehr entspannt betrachten. In den ersten Monaten bzw. Jahren ist die “Gefahr” recht übersichtlich. Das Depot ist noch klein und selbst größere Rücksetzer an der Börse sind da noch nicht bedrohlich.

Klar. Ein vorübergehender 50%-Verlust ist an der Börse immer möglich. Bei 100.000€ wäre das ein Buchverlust von 50.000€, also in etwa ein gehobenes Mittelklassenauto. Um das auszuhalten brauchst Du echt Nerven.

Liegt Dein Depot noch bei 1.000€, bedeuten 50% Verlust gerade einmal 500€. Wer das nicht aushält, hat am Aktienmarkt ohnehin nichts verloren. Ich finde, Du kannst getrost erst einmal mit dem Investieren anfangen und Dich dann einlesen.

Das hat auch einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Dein Depot braucht Zeit, um zu wachsen. Bei Aktien-ETFs gilt außerdem: je länger Dein Geld investiert ist, umso geringer ist die Verlustgefahr. Das stimmte zumindest in der Vergangenheit und gilt – sehr wahrscheinlich – auch für die Zukunft.

Viele Studien belegten “Time in the Market”, bzw. die Zeit im Markt, schlägt “Timing the Market”, also den Versuch, Aktienwerte zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Idealerweise kaufst Du breit diversifizierte, billige ETFs und lässt diese dann möglichst lange liegen. Also genau das, was André Kostolany mit seiner berühmten Börsenweisheit treffend zum Ausdruck bringt:

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.

André Kostolany

Klingt einfach – und wäre es im Prinzip auch. Der größte Widersacher dabei bist Du selbst. Wieso? Die meisten Anleger schaffen es nicht, ruhig zu bleiben und lassen sich von Emotionen wie Gier oder Panik dazu verleiten, zum falschen Zeitpunkt zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Wenn man sieht, wie manche jetzt auf den Rückgang der Börsenkurse um ein paar Prozent reagieren, fragt man sich schon, was sie überhaupt am Aktienmarkt zu suchen haben. Da kann selbst ein großer und beliebter Index wie der S&P 500 vorübergehend mehr als 50% nach unten gehen.

ETF-Anfänger und Einsteiger-ETFs: mit einem simplen Portfolio, das billig, einfach und gut diversifiziert ist, kannst Du Dich bequem zurücklehnen.
Billig, einfach und diversifiziert anlegen und dann einfach entspannt zurücklehnen.

Dabei könnte es doch so einfach sein. ETFs kaufen, lange liegen lassen bzw. einfach warten. Beim BED-Ansatz geht es genau darum: ein kleines Portfolio mit Einsteiger-ETFs aufbauen. Dann einfach ab ins Bed, bzw. Bett, und abwarten ohne sich Sorgen zu machen.

Zeit ist hier dann allerdings sehr wichtig und Du solltest nur Geld in Aktienwerte investieren, auf das Du 15+ Jahre nicht angewiesen bist.

Hast Du als ETF-Anfänger erst einmal ein geeignetes ETF-Portfolio aufgesetzt, solltest Du Dir trotzdem noch ein bisschen Wissen aneignen, um die gröbsten Fehler in der Folge zu vermeiden.

B wie Billig:Warum günstige Einsteiger-ETFs Sinn machen

Warum sollten Einsteiger-ETFs billig sein? Ist das nicht diese blöde “Geiz ist geil”-Mentalität? Ist es nicht besser, für Qualität zu zahlen? Billig klingt doch irgendwie nach Ramsch. Tatsächlich nicht. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den Kosten von ETFs oder Fonds und ihrer langfristigen Rendite.

Teure Ausgabeaufschläge von 3-5%, laufende Kosten von über 1% pro Jahr oder Erfolgsgebühren sind bei aktiv gemanagten Fonds üblich. Diese hemmen die Rendite Deiner Geldanlage direkt. Das ist schwer wieder aufzuholen.

Oft wird das Argument ins Feld geführt, dass diese Produkte ja auch eine bessere Rendite als entsprechende Indexfonds hätten. Die Forschung zeigt aber sehr eindrucksvoll, dass das ein Ammenmärchen der Fondsindustrie ist.

Erschreckend wenige der aktiv gemanagten Fonds schaffen es, über längere Zeiträume ihren Referenzindex zu schlagen. Manche verschleiern das auch geschickt, indem sie sich einfach mit einem ganz anderen Index vergleichen als dem, auf den sie sich eigentlich beziehen.

Selbst wenn Du gezielt die Fonds aussuchst, die es in der Vergangenheit geschafft haben, ihren Index zu schlagen, erhöht das laut Untersuchungen nicht die Wahrscheinlichkeit, dass es gerade jene sind, die es in Zukunft auch wieder schaffen werden.

Im Durchschnitt bist Du in der Vergangenheit mit passiven Indexfonds besser gefahren – und die sind in der Regel deutlich billiger. Doch auch von ETF zu ETF auf den gleichen Index gibt es Preisunterschiede.

Die sind gering, doch auch ein halber Prozentpunkt im Nachkommabereich kann einiges ausmachen – und warum solltest Du als ETF-Anfänger mehr bezahlen, wenn ein billiger ETF das Gleiche für weniger Geld anbietet.

Wo Du bei den Kosten ebenfalls etwas aufpassen kannst, ist die Wahl der Depotbank. Die meisten Online-Broker sind heute aber recht günstig. Kosten oberhalb von 1,5% pro Ausführung würde ich aber versuchen, zu vermeiden.

Außerdem würde ich einen ETF nicht deshalb auswählen, weil er gerade bei meinem Online-Broker gratis bespart werden kann. Solche Lockangebote mit Aktions-ETFs ändern sich ständig und sollten die ETF-Auswahl nicht beeinflussen.

Wichtiger als die Kaufkosten sind nun Mal die laufenden Kosten. Gerade wenn Dein Depot irgendwann etwas größer wird, kommt da mit der Zeit einiges zusammen.

Ein Beispiel: nehmen wir an, Du hast die Wahl zwischen dem aktiv gemanagten Fonds A mit laufende Kosten von 2,2%, ETF B mit einer TER von 0,50% p.a. und dem billigeren ETF C, bei dem lediglich 0,1% p.a. anfallen. Wie groß ist dann der Unterschied?

Nehmen wir an, Du legst 100.000€ für 25 Jahre an und erreichst mit allen Geldanlagen eine durchschnittliche Rendite von 6%. Bei Fonds A erreicht Dein Portfolio nach 25 Jahren einen Stand von gut 248.000€. Mit ETF B beträgt der Wert Deines Portfolios nach 25 Jahren schon knapp 379.000€. Bei ETF C sind es hingegen sogar gut 418.500€.

Mit dem Fonds hat sich die ursprüngliche Anlagesumme immerhin mehr als verdoppelt. Bei den beiden ETFs hat sich die ursprüngliche Summe jedoch in etwa vervierfacht.

Du siehst: die hohen laufenden Kosten des Fonds machen viel aus. Die ETFs sind näher beieinander, doch die 0,4% Unterschied machen bei 25 Jahren auch knapp 40.000€ aus. Bei Deinen Einsteiger-ETFs lohnt es sich also ebenfalls auf die Kosten zu achten.

E wie Einfach: der Reiz simpler Portfolio-Konstruktionen für ETF-Anfänger

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Berater scheinen ihren Kunden gerne Portfolios mit mehreren Fonds zu empfehlen. Auch einige der gängigen Musterportfolios sind recht komplex. Warum?

Nun. Die Komplexität kann durchaus ihren Grund haben. Persönlich bevorzuge ich auch ein Portfolio mit vielen ETFs. Komplexität wirkt aber natürlich sehr professionell. Das suggeriert Expertise.

Der Kunde denkt sich dann zum Beispiel: “Hui sieht das kompliziert aus. Da muss ja eine ganz schlaue Idee dahinter stecken. Gut, dass ich bei der Beratung war, denn alleine hätte ich so etwas nie hinbekommen.”

Bei Beratern bekommst Du statt ETFs dann aber oft Fonds angeboten? Warum? Nun. Ein Grund könnte sein, dass Fonds den Beratern oder der Bank hohe Provisionen bieten. Sie sind also lukrativ – jedenfalls für die Bank bzw. den Berater. Für Dich sind Provisionen und hohe Fondsgebühren natürlich erst einmal ein Nachteil, denn wer zahlt die am Ende? Klar. Du.

Müssen Portfolios für ETF-Anfänger aber so komplex sein? Bieten komplizierte Portfolios wirklich mehr als ein Portfolio mit 1-2 Einsteiger-ETFs?

Nicht unbedingt. Nicht ohne Grund lautet ein beliebter Rat in der ETF-Privatanlegerszene: “KISS – Keep it stupid simple.” Auf Deutsch heißt das so viel wie “Halte es verdammt noch Mal einfach!”

Tatsächlich gibt es bereits simple ETF-Lösungen, die mit 1, 2 ETFs sehr gut diversifiziert sind. Manche davon machen mehr Sinn, als aufwendig zusammengestellte Portfolios vom Bankberater. Unten habe ich ein paar Beispiele für Dich zusammengestellt.

Natürlich lässt sich in komplexen Portfolios schön nach verschiedenen Anlageklassen diversifizieren. Doch braucht es das am Anfang direkt? Wie oben bereits erwähnt. Wird ein Portfolio mittels Sparplan aufgebaut, sind die Summen und damit auch die möglichen Verluste zunächst noch nicht so gravierend.

Da kann der Aktienanteil – und damit die Schwankunsanfälligkeit – für mich in den ersten paar Jahren durchaus bei 100% liegen. Da ist die Absicherung vielleicht noch nicht so wichtig. Für einen Gebrauchtwagen für 1.000€ würde ich ja auch keine Vollkasko-Versicherung abschließen.

Ein BED-Portfolio, das nur aus 1 ETF besteht, musst Du gar nicht erst rebalancen. Das geschieht bereits ETF-intern. Und auch bei 2 ETFs ist das Rebalancing noch sehr einfach. So ein BED-Portfolio ist dann auch sehr übersichtlich und es fällt Dir leicht, die Renditeentwicklung nachzuvollziehen.

Billig und einfach alleine reicht aber noch nicht. Dein Portfolio sollte auch am Anfang schon gut diversifiziert sein…

D wie Diversifiziert: geht das überhaupt mit ein, zwei Einsteiger-ETFs

Ein diversifiziertes Portfolio ist ein Muss. Bei Einzelaktien ist es sowieso gefährlich, sich auf ein, zwei Aktien zu fokussieren. Doch auch bei teuren aktiv gemanagten Fonds solltest Du immer ein waches Auge haben, was das Management so treibt.

Manche der gängigen ETF-Portfolios, die im Netz empfohlen werden, sind ebenfalls nicht optimal diversifiziert. Vor Kurzem hatte ich mir 3 der gängigen Dividenden-ETF-Portfolios mit monatlichen Ausschüttungen angesehen und die offenbarten teilweise erhebliche Klumpenrisiken.

Mit Klumpenrisiko meine ich, dass bestimmte Länder, Unternehmen oder Branchen sehr stark im Portfolio gewichtet werden. Geht es den übergewichteten Ländern, Unternehmen oder Branchen in Deinem Portfolio gut, geht es auch deinem Portfolio gut. Leider gilt das auch umgekehrt.

Selbst wenn Du also tausende Unternehmen im Portfolio hast, kann ein Klumpenrisiko vorliegen. Umgekehrt kannst Du auch mit 100 Aktien richtig gut diversifiziert sein.

Hast Du zum Beispiel über 30% Unternehmen der Bankenbranche in Deinem Portfolio, ist Dein Risiko erheblich, falls es zu einer neuen Bankenkrise kommt. Ein solches Portfolio ist nicht gut nach Branchen diversifiziert.

Solche Klumpenrisiken finden sich zum Beispiel oft bei Dividenden-ETFs. Bei den ETFs, die ich hier als Einsteiger-ETFs bezeichne, sieht es hingegen besser aus. Diese sind marktkapitalisierungsgewichtet.

Das heißt, Unternehmen werden gemäß ihres Wertes gewichtet. Unternehmen, die mehr Wert sind als andere, machen dann einen größeren prozentualen Anteil des Index aus.

Auch das ist nicht ganz unproblematisch, da die Unternehmen der USA zurzeit einen Anteil von über 60% beim MSCI World-Index ausmachen, der die entwickelten Länder abbildet.

Du kannst hier natürlich dagegen halten, dass die großen US-Konzerne global aufgestellt sind und ihr Umsatz nicht nur auf die USA beschränkt ist. Dennoch solltest Du Dir bewusst sein, dass auch im MSCI World immer wieder Konzentrationen auf bestimmte Länder und Branchen vorkommen.

Persönlich bevorzuge ich auch deshalb die MSCI ACWI- oder FTSE All-World-Indexe, die auch noch Entwicklungsländer beinhalten. Die USA macht bei beiden derzeit ca. 55% aus.

Der MSCI ACWI-Index beinhaltet derzeit ca. 3.000 Unternehmen aus 23 entwickelten Ländern, aber auch 26 aus den Entwicklungsländern. Beim FTSE All-World Index sind es sogar knapp 4.000 Unternehmen in 25 entwickelten Ländern und 24 Entwicklungsländern.

Der MSCI ACWI-Index deckt damit 85% der investierbaren Marktkapitalisierung weltweit ab und der FTSE All-World 90-95%. Für den Aktienanteil ist das ziemlich ausreichend – und das nicht nur für den Anfang.

Neben diesen Allroundern, ist es auch sehr beliebt, einen ETF auf einen MSCI World (über 1.600 Unternehmen in 23 Ländern) oder FTSE Developed Markets (über 2.100 Unternehmen in 25 Ländern) zu kaufen.

Das reicht vielen völlig und nicht jeder möchte die Entwicklungsländer dabei haben, auch wenn diese bei MSCI ACWI (IMI) und FTSE All-World nur ca. 10% ausmachen.

Anderen sind 10% Entwicklungsländer hingegen zu wenig diversifiziert. Sie kombinieren daher den MSCI World bzw. FTSE Developed World mit einem ETF auf den MSCI Emerging Markets bzw. FTSE Emerging Markets und senken so auch den Anteil der USA im Portfolio. Eine Beimischung europäischer Werte ist ebenfalls vorstellbar.

Für den Anfang ist es recht egal, ob Du nur mit den entwickelten Ländern oder eine Kombination aus entwickelten Ländern und Entwicklungsländern beginnst.

Für den Aktienanteil Deines Portfolios ist das ein guter Anfang. Wenn Du später zu der Auffassung kommen solltest, weitere Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe, Nebenwerte, Immobilien oder anderes hinzuzufügen, bieten solche Standard-ETFs eine gute Basis.

Sind Dir 100% Aktien am Anfang bereits nicht geheuer, kannst Du aber auch gleich mit einem strukturierten Indexfonds wie dem Arero World-Fonds, den Comstage Vermögensstrategie-ETFs beginnen oder zum Beispiel einen Anleihen-ETF beifügen.

Was, wenn Du später feststellst, dass Dir die am Anfang gewählten ETFs oder Indexfonds doch nicht so gut gefallen? In den meisten Fällen ist das nicht schlimm. Du kannst diese einfach ruhig stellen, im Depot behalten und Dein Portfolio dann einfach strategisch anders ausrichten.

Ich habe selbst am Anfang mit den Comstage MSCI World- und Comstage MSCI Emerging Markets-ETFs begonnen. Mir gefiel dann aber nicht, dass diese ETFs eine synthetische Replikation verwenden. Sie sind aber meine ersten Positionen und sind immer noch in meinem Portfolio.

Was sind geeignete Einsteiger-ETFs für ETF-Anfänger

In der Folge habe ich Dir einfach ein paar Einsteiger-ETFs aufgelistet, die ich persönlich für geeignet halte. Wäre ich noch einmal ETF-Anfänger, würde ich mit einem dieser ETFs beginnen.

Dies sind nur ein paar Beispiele und ist natürlich nicht als Anlageempfehlung gedacht. Gerade bei Standard-ETFs wie ETFs auf den MSCI World oder den MSCI Emerging Markets gibt es natürlich viele Alternativen, die sehr ähnlich sind.

Es ist prinzipiell nicht entscheidend, ob Du ETFs nimmst, die sich auf einen Index der Indexanbieter MSCI oder FTSE beziehen. Bei der Kombination World/Emerging Markets solltest Du allerdings darauf achten, dass Du entweder durchgängig den einen oder den anderen Index verwendest, da die Länderzuordnungen unterschiedlich sind.

Hier eine Liste meiner bevorzugten Einsteiger-ETFs bzw. gegen Ende auch ein passiver Fonds (Arero):

NameTERTDAusschüttungReplikationVolumen (Mio.=Positionen
Vanguard All-World UCITS ETF (Dist) / (Acc)0,22%-0,01% / –Ja / NeinPhysisch optimiert3.443 / 7033.341
SPDR® MSCI ACWI IMI UCITS ETF 0,40%-0,17%NeinPhysisch optimiert1591.383
HSBC MSCI World UCITS ETF 0,15%0,06%JaPhysisch optimiert 1.5051.399
iShares Core MSCI World UCITS ETF 0,20%0,08%NeinPhysisch optimiert20.2571.636
Vanguard FTSE Developed UCITS ETF (Dist) / (Acc)0,12%-0,08 / –Ja / NeinPhysisch optimiert398 / 32.170
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Dist) / (Acc)0,18%-0,19%/0,13%Ja / NeinPhysisch optimiert271 / 12.6172.710
Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF (Dist) / (Acc)0,22%0,21% / –Ja / NeinPhysisch optimiert1.964 / 71.677
Comstage Vermögensstrategie UCITS ETF0,46%JaPhysisch vollständig (Dach-ETF)10110 ETFs
Arero – Der Weltfonds 0,50% (kein Ausgabeaufschlag)NeinPhysisch vollständig (Dachfonds)9922.169 Aktien / 193 Anleihen
Vanguard Global Aggregate Bond UCITS ETF (Dist) / (Acc)0,1Ja / NeinPhysisch optimiert78 / 244.488 Anleihen
iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF0,10,19JaPhysisch optimiert4695.159

Fazit

Klar. Finanzbildung ist wichtig. Trotzdem finde ich es richtig, am Anfang sofort erst einmal loszulegen und Dich dann parallel weiterzubilden. Viele grübeln und studieren für meinen Geschmack am Anfang viel zu lange.

Wissen und Strategie sind bedeutsam. Keine Frage. Wer sich aber erst ein, zwei Jahre fortbildet bevor er oder sie anfängt, vergeudet Zeit. ETFs sind ja eigentlich nicht sehr kompliziert und Zeit kostet an der Börse in der Regel einfach Geld.

Die Einsteiger-ETFs, die ich Dir aufgelistet habe eignen sich, meiner Meinung nach, recht gut für ETF-Anfänger. Sie sind billig, einfach und Du bist damit trotzdem gut diversifiziert.

Besser noch, sie lassen sich auch ziemlich gut in die meisten Strategien integrieren oder können auch problemlos als Stand-Alone-Lösung langfristig im Portfolio bleiben.

Damit kannst Du auch einfach schon Mal anfangen. Viele entscheiden sich nach langer Lektüre dann eh für ein Portfolio, die entweder hauptsächlich aus solche Einsteiger-ETFs bestehen oder die dort eine tragende Rolle spielen.

Natürlich gibt es auch noch weitere Dinge, auf die Du bei der ETF-Auswahl achten kannst, wie die Größe, die Tracking-Differenz oder die Frage, ob ein ETF ausschüttend oder thesaurierend ist. Diese Punkte habe ich hier bereits zusammengefasst.

Mit dem BED-Ansatz, also billig, einfach und diversifziert, kannst Du auf jeden Fall schon einmal einen Sparplan einrichten und es Dir im Bett gemütlich machen. Die Bettlektüre ist dann aber wichtig, um Dich fortzubilden.

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Was hältst Du von billig, einfach und diversifiziert? Mit welchen ETFs hast Du Dein Portfolio gestartet?

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3 Antworten zu “ETF-Anfänger: Mit Einsteiger-ETFs und BED-Ansatz starten”

  1. Wenn ich irgendwem einen Tipp zum Anfang/anfangen geben müsste würde ich immer zum FTSE All-World von Vanguard greifen. Ein Produkt, die ganze Welt. Günstig, ausschüttend oder thesaurierend, kein Rebalancing. Langsam mit nem kleinen Sparplan anfangen, wenn es das erste mal runter geht sich überlegen, wieviel Promille vom Gesamtvermögen jetzt gerade verloren wurde. Dann irgendwann, wenn aus solchen Promille nennenswerte Prozente werden sollten die Sparrate in ETF und Tagesgeld/Festgeld (bei einer deutschen Bank!) aufteilen und fertig ist der Lack.
    Ich weiß, im Grunde das gleiche, was du auch geschrieben hast 🙂

    1. Hey, kein Problem. Ich kann damit leben, wenn man mir zustimmt. 😉

      Der Vanguard FTSE All-World ist auch für mich der bevorzugte All-Rounder und findet sich sowohl in unserem Portfolio als auch dem von unserem Sohn. Tagesgeld/Festgeld ist natürlich eine Option. Es gibt nur eines, was mich daran stört.

      Wenn jemand in sein Depot schaut, wird er dort in der Regel nur die Entwicklung seiner Aktienwerte sehen und im Falle einer Korrektur dann feststellen, dass das Depot stark im Wert gesunken ist. Tagesgeld/Festgeld federt das rein optisch nicht ab. Mit Anleihen, sofern sie sich tatsächlich gegenläufig bewegen, wirkt das Portfolio als Ganzes einfach stabiler.

      Mittelfristig ist natürlich nicht mit einer Rendite von Anleihen zu rechnen. Die lieferten Anleihen unter dem Strich ja aber eigentlich auch in der Vergangenheit nur selten. Wie gesagt Tagesgeld/Festgeld ist für mich daher auch okay, solange die Höhe der Einlagensicherung beachtet wird.

      1. Hm..von der Warte aus (optisches glattziehen beim Blick ins Depot) habe ich das gar nicht betrachtet. Ich habe von Anfang an mein Portfolio (und inzwischen auch all mein Vermögen) in Portfolio Performance abgebildet. Da macht es kein Unterschied, ob ich Anleihen oder Bankguthaben als risikoarmen Portolioteil habe.
        Von der Rendite her (was ja auch nicht die Augabe ist) tun sich Staatsanleihen und Bankguthaben nichts. Der leicht höhere Zins bei den Banken ist eben auch ein Zeichen ür höheres Risiko.

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