Ölpreis niedrig: vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren?

Ölpreis niedrig! Wie kannst Du vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren? 2 MLP ETFs. die echte Hochdividendenwerte-ETFs sind.

Ölpreis niedrig wie nie, was tun? In diesem Artikel erfährst Du:
Wie Du vom aktuellen Ölpreissturz mit ETFs profitieren kannst?
Welche MIFID II-konformen Hochdividendenwerte-ETFs mit Ausschüttungen von 10-20% locken.

Warum Öl-ETFs für mich trotzdem uninteressant sind?
Wenig Zeit? Dann spring doch gleich zum Fazit.

Ist der Ölpreis niedrig, sollten sich doch Gelegenheiten für Anleger eröffnen, oder nicht? Wie kannst Du davon mit ETFs profitieren? Gibt es denn Öl-ETFs?

Schließlich ist der aktuelle Ölpreissturz gewaltig wie nie. Zum ersten Mal in der Geschichte notiert der WTI (West Texas Intermediate) im Minus (!!!).

Der erfahrene Anleger erinnert sich da natürlich sofort an Carl Meyer von Rothschild’s Börsenweisheit:

“Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.”

… lauter könnten die Kanonen wohl kaum donnern, wenn ein Ölpreissturz den Markt ins Minus reißt. Der Ölmarkt liegt am Boden und japst nach Luft. Der Patient ist fast schon tot. Das wäre doch ein guter Zeitpunkt für Öl-ETFs…

Warum ist der Ölpreis niedrig?

Ist der Ölpreis niedrig, bekommen Verkäufer wenig für den Barrel Öl. Ist er sogar negativ, müssen sie dafür bezahlen, dass ihnen jemand ihr Öl abnimmt. Eine absurde Situation für das vermeintliche schwarze Gold.

Erst gab der Ölpreis nach, weil die OPEC-Länder sich nicht auf eine Drosselung einigen konnten. Dann gab es doch noch eine halbherzige Übereinkunft. Nun schlägt die geringere Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie voll durch.

Flugzeuge sind am Boden, der Verkehr ist eingeschränkt und auch bei der erdölverarbeitenden Industrie gibt es Kurzarbeit.

Ölpreis niedrig! Wie kannst Du vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren? 2 MLP ETFs. also Öl-ETFs, die echte Hochdividendenwerte-ETFs sind.
Nein. Um dieses Öl geht es bei Öl-ETFs nicht…

Hm. Der Ölpreis niedrig wie noch nie, da die Nachfrage nach Öl auf breiter Front einbricht? Der Corona-Virus setzt dem schwächelnden Ölmarkt so zu, dass er zur Beatmung auf die Intensivstation verlegt werden muss.

Wären Öl-ETFs da nicht interessant? Schließlich könntest Du so mit ETFs profitieren, wenn der Markt wieder steigt.

Ölpreissturz und 19% Dividende: Wie kannst Du davon mit ETFs profitieren?

Der Ölpreissturz ist gewaltig – Kannst Du davon mit ETFs profitieren, die sogar als UCITS-ETFs in Europa problemlos handelbar sind? Ja, es gibt da Optionen, die äußerst attraktiv wirken, da sie mit hohen Ausschüttungen locken.

Wer hat gesagt, dass es in Deutschland keine MIFID II-konformen Hochdividendenwerte-ETFs gibt? Von wegen.

Corona und der Ölpreissturz machen’s möglich. Ein ETF verspricht aktuell (Stand 22. April 2020) sogar satte Ausschüttungen der Dividenden von 19%

Der Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF

Ist der Ölpreis niedrig, sinkt auch der Wert von Master Limited Partnerships (MLP) in den USA, in die Du mit dem Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF investieren kannst.

Der MIFID II-konforme UCITS ETF, der damit problemlos in Deutschland handelbar ist, bildet den Morningstar® MLP Composite IndexSM (Total Return) ab, der aktuell 30 Unternehmen enthält.

ETFs wie dieser sind zwar nicht direkt Öl-ETFs, das Investment fokussiert sich aber vorwiegend auf Aktienunternehmen, die im Bereich der Energieinfrastruktur tätig sind.

Dies betrifft zum Beispiel die Förderung, den Transport (Pipelines), die Speicherung sowie die Weiterverarbeitung von Erdöl (aber auch Erdgas).

Master Limited Partnerships müssen aufgrund der steuerlichen Situation in den USA einen Großteil ihrer Gewinne an die Anleger ausschütten und locken daher mit hohen Dividenden.

Ein direktes Investment in amerikanische Master Limited Partnerships ist steuerlich nicht einfach, aber der Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF löst dies durch eine synthetische SWAP-Konstruktion, die hier wirklich Sinn macht.

Den ETF gibt es in einer ausschüttenden und einer thesaurierenden Anteilsklasse, die zusammen derzeit immerhin noch 200 Millionen an Fondsvolumen auf die Waage bringen.

Die ausschüttende Variante des Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETFs Anlegern aktuell eine recht beachtliche Ausschüttungsrendite von ca. 19% (laut Prognose von extraETF).

Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen schätzen, können sich auf vier quartalsweise Ausschüttungen von ungefähr gleicher Größe freuen.

Na, wenn das kein Hochdividendenwerte-ETF ist, was dann? Da können Hochdividendenwerte-Freunde ins Träumen geraten.

Mit einem Investment von lediglich 200.000€ könntest Du mit einem Investment in den Invesco MLP ETF jährlich doch mit Brutto-Ausschüttungen in Höhe von 38.000 Euro rechnen.

Nach 7 Jahren hättest Du Dein Geld dann doch bereits wieder drin, oder nicht? So einfach ist es dann wohl leider doch wieder nicht. Schließlich kann sich die Ausschüttungshöhe schnell ändern, wenn der Ölpreis weiter sinkt.

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Vor der der Krise waren die Ausschüttungen des Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF mit um die 10%  schon recht hoch. Die letzten 5 Jahre sanken die Ausschüttungen kontinuierlich.

Auch sonst hätte ich Zweifel, ob dieses Investment  nachhaltig ist. Die Top 5 nehmen immerhin bereits gut 40% des Index für sich ein.

Ein weiteres Fragezeichen dürfte bei der Sicherheit der Dividendenausschüttungen zu setzen sein. Die Annahme von ca. 19% basieren ja auf der Prognose der Ausschüttungen von extraETF.

Die Prognose der Ausschüttungsrendite lag im März aufgrund eines noch niedrigeren Kurswertes sogar noch höher.

Die extraETF-Ausschüttungsprognose wurde aber zuletzt auch nach unten korrigiert, nachdem sich die Ausschüttungen Ende März gegenüber dem Vorjahreswert von 1,12€ mit 0,57€ fast halbierte.

Die Chancen, dass es mit den weiteren Ausschüttungen dieses Jahr ähnlich läuft, halte ich für recht wahrscheinlich. Vermutlich würde ich daher eher mit Ausschüttungen um 10% rechnen, was zugegeben ziemlich ordentlich ist.

Sollte sich der Ölmarkt wieder normalisieren, sind mittelfristig aber auch wieder höhere Ausschüttungen möglich.

Ob ein Investment in den Ölmarkt jedoch nachhaltig ist? Schließlich ist anzunehmen, dass die Nachfrage nach Öl durch den Umstieg auf regenerative Energien langfristig sinkt.

Das dürfte den Ölpreis niedrig halten. Mit weiteren Ölpreisstürzen solltest Du also rechnen.

Ein weiteres Manko des ETFs sind die recht hohen laufenden Kosten von 1,25% p.a., die sich direkt in einer Tracking-Differenz von 1,24% p.a. niederschlagen. Der ETF liegt damit auf dem Niveau aktiv gemanagter Fonds.

Die laufenden Kosten setzten sich aus einer gerade noch akzeptable Managementgebühr von 0,50% p.a. sowie einer äußerst happigen SWAP-Gebühr von 0,75% p.a. zusammen.

Unter normalen Umständen wäre der ETF, trotz hoher Ausschüttungen, eher uninteressant für mich.

In der aktuellen Situation könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass zumindest die ausschüttende Anteilsklasse des ETFs auf jemanden anziehend wirkt, der mittelfristig an hohen Ausschüttungen aus ist.

Aber auch dann bleibt dieses Investment riskant und Du musst mit größeren Schwankungen rechnen. Da kann schon mal, wie anscheinend im März geschehen, die Hälfte der Ausschüttungen plötzlich wegbrechen.

Wo bekommst Du den Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF

Sowohl die ausschüttende als auch die thesaurierende Variante des Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF sind jeweils bei finvesto und der ING sparplanfähig.

Wer vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren möchte, kann diese bei finvesto sogar im Rahmen der Vermögenswirksamen Leistungen ab einer Mindestanlagesumme von 10€ besparen.

Bis 30.6.2020 sind beide ETFs bei finvesto als Aktions-ETFs geführt und können ohne Ausführungsentgelt erworben werden.

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Bei der ING fallen für den Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF hingegen die für Sparpläne bei der ING üblichen Ausführungsentgelte von aktuell 1,75% an.

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Weitere Hochdividendenwerte-ETFs: Der L&G US Energy Infrastructure MLP ETF

Eine andere Möglichkeit mit einem MIFID II-konformen Hochdividendenwerte-ETF in Master Limited Partnerships aus dem US-Energiesektor zu investieren,  besteht mit dem L&G US Energy Infrastructure MLP ETF.

Im Gegensatz zum Invesco-ETF, ist die TER dieses “Öl-ETFs” mit 0,27% p.a. zwar deutlich niedriger. Dafür ist die Ausschüttungsrendite von derzeit prognostiziert (extraETF) knapp 13% deutlich niedriger als beim Invesco MLP ETF.

Wer vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren möchte, hat hier sogar die Wahl zwischen zwei Hochdividendenwerte-ETFs, oder doch nicht?

Das Fondsvolumen ist mit nur 10 Millionen erschreckend niedrig. Bei einem ETF, der im Jahr 2014 aufgelegt wurde, erstaunt das doch etwas.

Der ebenfalls passive SWAP-ETF, bildet den Solactive US Energy Infrastructure MLP Index TR ab, der lediglich 16 Indexbestandteile umfasst. Er ist damit noch konzentrierter als der Invesco MLP ETF. Hier entfallen sogar gut 47% auf die Top 5 Unternehmen.

Sparplanfähig ist dieser ETF gleich bei mehreren Online-Brokern und, neben finvesto, unter anderem auch bei der DKB und OnVista. Bei diesen beiden Brokern liegt auch der Großteil unseres Depots.

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Fazit Öl-ETFs: Warum sie nichts für mich sind?

Möchte ich Öl-ETFs wie den Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF oder den L&G US Energy Infrastructure MLP ETF  im Portfolio haben?

Zugegeben, die hohen Ausschüttungsrenditen von prognostiziert 13-19% der Hochdividendenwerte-ETFs auf die US Master Limited Partnerships reizen schon etwas. Trotzdem lautet die Antwort: Danke, nein.

Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel den iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF, der als physischer ETF in die führenden europäische Unternehmen der Erdöl- und Erdgas-Sektoren investiert.

Neben klassischen Öl-ETFs gibt es sicherlich auch noch Öl-ETCs,  also Exchange Traded Commodities. ETCs haben aber ihre eigenen Probleme und sind zum Beispiel kein Sondervermögen.

Öl-ETFs oder Öl-ETCs wären insgesamt ein eher spekulatives Geschäft und würde meiner Anlagephilosophie, die auf Langfristigkeit ausgelegt ist, stark widersprechen.

Auf dem Ölmarkt sehe ich langfristig einfach hohe Risiken und die Gefahr, dass die Branche als Ganzes nachhaltig Schaden nimmt.

Ausschüttungsorientierte Anleger sollten daher aufpassen und nicht nur auf die Dividende schielen. Die aktuellen Prognosen von Ausschüttungsrenditen sind auch nur Vorhersagen und keinesfalls sicher.

Bei beiden MLP ETFs ist die Höhe der jährlichen Ausschüttungen seit 2016 kontinuierlich gesunken. Ob das zukünftig anders ist?

Wie hoch das Risiko bei ETFs auf den Ölmarkt in den letzten Jahren war, zeigt der folgende Performance-Vergleich. Gerade die beiden MLP ETFs liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf erschreckend niedrigem Niveau:

Öl-ETFs1 Monat6 Monate3 Jahre5 Jahre
L&G MLP ETF+24,04%-47,59%-60,55%-66,44%
Invesco MLP ETF+17,29%-50,66%-60,10%-67,29%
iShares Europe Oil ETF+18,50%-36,45%-28,31%-29,12%
Daten: extraETF.com, 23.4.2020

Im laufenden Jahr haben die MLP ETFs knapp 50% und der iShares Stoxx Europe 600 Ol & Gas UCITS ETF immerhin fast 40% verloren.

Auch wenn die aktuell (noch) hohen Ausschüttungen bei solchen Hochdividendenwerten schön sind, solltest Du die Gesamtperformance nicht vernachlässigen. Da sieht es hier nicht allzu gut aus.

Die schlechte Performance der letzten Jahre allein ist natürlich noch kein Grund, die Finger von Öl-ETFs zu lassen. Es zeigt eindrücklich, wie stark diese ETFs vom Ölmarkt abhängig sind.

Ist der Ölpreis niedrig, schmieren sie ab. Könnte man nach dem aktuellen Ölpreissturz aber nicht doch von Einstiegspreisen sprechen?

Vielleicht. Genau wissen wir es in ein paar Jahren. Bei Öl-ETFs musst Du Dich aber schon fragen, ob es wirklich ein Geschäft mit Zukunft ist. Sind fossile Energieträger auf dem Vormarsch? Eher nicht.

Ich bin daher einfach skeptisch, ob sich auf dem Ölmarkt langfristig mit ETFs profitieren lässt. Mittelfristig? Vielleicht, aber das entspricht eben nicht meinem langfristigen Ansatz.

Welche Branchen sind besser? Ich weiß nicht. Von Branchen-ETFs halte ich mich generell fern und streue lieber in die Breite.

ETFs, die einzelne Branche mit nur wenigen Unternehmen abbilden, haben zudem ein hohes Risiko. Bricht das Geschäftsmodell zusammen, drohen enorme Verluste.

Wie profitiere ich denn von Öl-ETFs? Nun. In meinen marktbreiten ETFs sind auch Unternehmen dabei, die in der Ölbranche tätig sind. Das langt mir völlig.

Meine Sparpläne laufen ja unvermindert weiter, egal ob es hoch oder runter geht und da sind Aktien mit Schwerpunkt Öl auch dabei. Ein Interesse, diese Branche überzugewichten, habe ich definitiv nicht…

Eine ausführliche Besprechung des Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP ETF findest Du in dieser Podcast-Folge von Luiz Pazos, dem Autor von Bargeld statt Buchgewinn.

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Wie stehst Du zu MLP ETFs? Investierst Du bereits in Öl-ETFs? Möchtest Du vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren? Wie ist Dein Ansatz? Was hältst Du von Hochdividendenwerten?

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7 Antworten zu “Ölpreis niedrig: vom Ölpreissturz mit ETFs profitieren?”

  1. Mein Spielgeld/Einkommensdepot sieht eine 6% Exposition in MLPs vor. Da der L&G bei der DKB sparplanfähig ist fiel mir die Auswahl “meines” MLP ETF ziemlich leicht. Das geringe Fondsvolumen (vor dem Crash war es zumindest oberhalb der 25Mio Schwelle, ab der der ETF geschlossen werden darf) macht mir zwar auch etwas sorgen, aber wenn der wirklich dicht macht, dann geht das Geld halt in den Invesco ETF..wäre Schade, bringt mich aber nicht um. 🙂

    Tja, und warum mache ich das? Ganz einfach, wegen der hohen Dividenden. Und darum, weil ich an die Ölabhängigkeit unserer Gesellschaft glaube. Zumindest zu meinen Lebzeiten (ich bin Anfang 30) wird Öl eine signifikante Rolle spielen. Vermutlich mit abnhemender Tendenz in der Mobilität, aber definitiv in all unseren Wirtschaftsgütern. Und solange Öl gebraucht wird, solange werden Unternehmen gebraucht die das Öl (und auch Erdgas etc.) durch die Gegend transportieren. Und genau das tun die MLPs. Meistens sogar mit festen Lieferverträgen und Abnahmegarantie.

    Klar, in Zeiten sinkender Nachfrage müssen auch diese Unternehmen Zugeständnisse an ihre Kunden machen, aber ich sehe (trotz der seit Jahren sinkenden Börsenkurse) hier trotzdem eine gewisse Zukunftssicherheit. Insbesondere für die Branche als ganzes, darum ist ein ETF hier super. Die Dividenden werden die nächsten 1-1,5 Jahre vielleicht etwas geringer ausfallen, aber bisher sind die Kurse deutlich stärker gefallen, als die Dividendenprognose, insofern habe ich Ende März nochmal “ordentlich” (Anteile verdoppelt) nachgekauft.

    Wie bei P2P (wo ich meine Grupeer Verluste die nächsten Jahre jetzt erstmal aufholen muss) werde ich bei dieser Position sehen, ob es sich mittelfristig lohnt. Mein “businesscase” für diesen Portfolioteil ist Cashflow aufzubauen für Zeiten wo ich ihn mehr brauche als jetzt und bisher erfüllen die MLPs genau diesen Zweck.

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar. Klar. Als Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio kann man einen MLP ETF in Erwägung ziehen, ist aber halt riskant. Öl wird sicher noch lange eine wichtige Rolle spielen, da gebe ich Dir recht. Aktuell sind die Nachfrage nach Öl und der Ölreis wegen Corona drastisch eingebrochen. Wenn man dort einsteigen will, ist der Zeitpunkt jetzt sicher nicht der schlechteste.

      Die Nachfrage wird sich nach der Krise sicher wieder erholen. Langfristig dürfte sie aber weiter beständig sinken. Sinkt sie weiter – was zu erwarten ist – sinkt wohl auch der Preis weiter. Die Chance auf ein Wachstum sehe ich hier mittelfristig bis langfristig irgendwie nicht, außer eben höchstens als Erholung nach einem Crash wie gerade.

      Wie gesagt, die hohen Dividenden finde ich eigentlich ja auch ansprechend. Bei der Dividendenprognose wäre ich vorsichtig. Beim Invesco MLP ETF ist sie ja bereits kräftig nach unten korrigiert worden. Ich vermute, beim L&G MLP ETF wird das auch noch geschehen. Kurz-mittelfristig geht sie dann wahrscheinlich wieder hoch, aber die Tendenz scheint ja insgesamt eher fallend zu sein und ich sehe wenig Grund, warum sie langfristig steigen sollten.

      Stimmt. Bei der Kursentwicklung stellt eine mögliche ETF-Schließung und anschließend Umschichtung kein Problem dar. Bei der Kursentwicklung halte ich das Risiko von Steuerverlusten für moderat…

      1. hm..schade. L&G hat den Lagerort nach Irland verlegt und der “neue” ETF ist bei der DKB (derzeit) nicht mehr sparplanfähig. Mal gucken, was ich nun mache. Erstmal natürlich nichts, da es vermutlich ewig dauern wird, bis die Abweichung der MLP von ihrem Soll so groß ist, dass das Rebalancing 10€ Ordergebühren rechtfertigt.

        So kann ich zwar nicht stur passiv weiter machen, mir aber erstmal angucken, wieviel von meinem Geld zurück kommt…

        Und ja, das Investment ist/war risikoreich, ganz klar. Darum auch nur die reativ geringe Beimischung von 6% (genauso wie BDCs). Man darf natürlich nicht gierig werden und nur auf zweistellige Ausschüttungen gucken. Aber wenn die Branche noch ne weile überlebt und weiter zahlt, dann bekomme ich vielleicht zumindest mein Geld zurück 🙂

        1. Oh, interessant. Vielleicht ist das nur kurzfristig, bis er neu ins System eingebucht wurde. Bei der DKB hilft erfahrungsgemäß oft nachfragen. Wenn der Mal im Programm war, sollten sie ihn ja eigentlich gleich wieder aufnehmen.

          Genau. Solange der ETF weiterhin einigermaßen viel ausschüttet, sinkt das Risiko ja jedes Jahr…

  2. Da flattern mir ja schon beim Lesen die Hosen. Diese ETF wären mir zu riskant, da braucht man bessere Nerven oder viel Zeit. Ich komme irgendwie nicht über mein Einsteigerportfolio hinaus https://de.extraetf.com/etf-portfolio/60-40-vanguard-portfolio.
    Ich suche zwar schon seit rund einem Jahr nach einer Beimischung, die etwas höher ausschüttet als die zwei vorgenannten ETF von Vanguard. Eine Ausschüttung von 3-3,5% fände ich schon völlig ausreichend. Aber irgendwie finde ich nichts passendes. Anfang des Jahres war ich schon fast soweit, mir einen Immobilien ETF zuzulegen. Aber die derzeitige Situation lässt mich doch zweifeln, ob es langfristig Sinn macht, eine Sektorwette auf Shopping Center oder Hotels einzugehen. Zumal die Aktien ja schon mit rund 4% in den zwei Vanguard ETF meines Depots enthalten sind.
    Liebe Grüße Heppi

    1. Kann ich verstehen. Mir war bei der Recherche die extrem hohe prognostizierte Ausschüttungsrendite aufgefallen, die zu dem Zeitpunkt mit 19% beziffert wurde. Die ist ja auf den ersten Blick beeindruckend und an sich schon einen Artikel wert. 😉
      Ich würde auch nicht direkt auf einen solchen Öl-ETF setzen wollen. Allerdings muss man sagen, dass bei der Betrachtung der Rendite eins nicht vergessen werden sollte. Ist die Ausschüttung auch nur annähernd so hoch und liegt irgendwo zwischen 10-20%, dann reduziert sich das Risiko eines Kapitalverlustes jedes Jahr gewaltig. Sagen wir, Du investierst 1.000€ und bekommst jedes Jahr 15% an Ausschüttungen, dann erhältst Du ja jährlich 150€ “zurück”. Das Risiko, etwas zu verlieren, minimiert sich damit jedes Jahr.

      Nehmen wir an, der Freibetrag ist noch nicht ausgeschöpft und wir vernachlässigen daher die Steuer. So hättest Du Dein investiertes Kapital ja bereits nach 7 Jahren zurück und vermutlich ist der Kurswert dann noch nicht bei 0. Risikoreich ist es aber durchaus.

      Na ja, wenn Du Deinen beiden Vanguard-ETFs den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF beimischst, bleibst Du der Strategie quasi treu und gewichtest dann halt Dividenden/Value etwas über. Aktuell hat er auch eine Ausschüttung von mehr als 4%. Persönlich finde ich Small Cap Value/Dividend-ETFs gut, aber da ist die Auswahl einfach mager und die Fondsvolumen sind leider niedrig. Sie wären aber auch aus Diversifikationsgründen interessant, weil die beiden Vanguard ETFs keine Small Caps enthalten. Aber auch der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF mit seiner prognostizierten Ausschüttungsrendite von etwa 5% könnte für Dich interessant sein. Hier sind auch immerhin gut 40% im Small Cap und Mid Cap-Bereich.

      Gruß, Rolf

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